Natasha – Filmporträt einer bulgarischen Bettlerin jetzt gratis streamen

Natashaals online-Film-des-Monats Dezember auf flimmit.com
Ab Freitag 4.12. bis einschließlich 31.12.2015 kann man Ulli Gladiks Portraitfilm Natasha als gratis-stream auf flimmit.com ansehen.
Ulli Gladik hat Natasha beim Betteln in Graz kennen gelernt und sie nach vielen Gesprächen in ihre Heimatstadt Bresnik, einen ehemaligen Industriestandort in der Nähe von Sofia, begleitet. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren besucht sie, Kamerafrau und Regisseurin in Personalunion, Natasha in Bulgarien und Österreich und zeichnet das Leben der jungen Frau auf: Weiterlesen

Die imaginierte „Bettlerflut“

imagbettlerflutBelege für eine Mafia, die BettlerInnen ausbeuten würde, gibt es bis heute nicht. Dafür haben die BuchautorInnen Barbara Tiefenbacher und Stefan Benedik Roma und Romnija getroffen, die mit ihren Betteleinnahmen die Bildung ihrer Kinder finanzieren. Ein Gespräch über gekürzte Sozialhilfe, Profite österreichischer Firmen in Osteuropa und die Schaffung einer Feindbild-Metapher. Interview: Ulli Gladik, Peter A. Krobath. Erschienen im MO Magazin für Menschenrechte

MO: Euer Buch heißt „Die imaginierte ‚Bettlerflut‘“. Woher kommt dieses Bild einer Naturkatastrophe im Zusammenhang mit Menschen?

Stefan Benedik: Dass man Migration in Bildern von Naturkatastrophen wahrnimmt, hat es schon Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA gegeben, wo sich die USA als eine Insel darstellen, die von einer überwältigenden Masse an Migranten und Migrantinnen überschwemmt werden. In Graz hat sich die Metapher der Flut auf die Bettelnden fokussiert. Bei einer Flut muss man nicht darüber reden, ob sie gut oder schlecht ist, sie ist ganz klar eine Katastrophe. Und es gibt sofort eine Menge sprachlicher Anknüpfungen wie „eindämmen“ und „verhindern“. In Wirklichkeit hat es in Graz nie eine Menge an Bettelnden gegeben, und es haben die Bettelnden auch keine sozialen Probleme verursacht, in dem Sinn, dass das Einkaufen eingeschränkt oder es zu Streitereien unter den Bettelnden gekommen wäre.  Weiterlesen

Tag 1 des steirischen Bettelverbotes: Prominente betteln in der Herrengasse.

Die BettlerInnen, die normalerweise in Graz betteln, wurden von der Grazer Polizei schon seit Wochen eingeschüchtert. 2000 Euro Strafe hat man ihnen in Aussicht gestellt, wenn sie nach dem 1.5. betteln. Jetzt wagen sich nur noch Prominente zum Betteln auf die Herrengasse: Pfarrer Wolfgang Pucher, Kurt Flecker, ehemals Landeshauptmannstellvertreter (SPÖ)… Bleibt nur die bange Frage: wie lange wird das Medieninteresse so groß und der Umgang der PolizistInnen mit Menschen, die am Boden sitzen, so freundlich und nur ermahnend bleiben? Denn klar ist: es wird bestraft und wer trotzdem sitzen bleibt wird mitgenommen. Und klar ist auch: bereits ein Becher vor sich reicht, dass das als „Betteln“ gilt. (Quelle: Facebook, Joachim Hainzl) Weiterlesen

Veranstaltungstipp: „Wir sind Bettler“ in Graz

„Wir sind Bettler. Das ist wahr!“ schrieb Martin Luther am 18. Februar 1546, kurz vor seinem Tod. Es ist wahr, wir sind Wesen, die bedürftig sind und es ein Leben lang bleiben. Ein generelles Bettelverbot, wie es in der Steiermark und in Graz am 1. Mai 2011 in Kraft tritt, überschreitet eine humanitäre Grenze, die unberührt bleiben muss. Es muss erlaubt bleiben, um Gaben zu bitten und Gaben zu empfangen. Die Ausstellung versammelt bestehende und neue künstlerische Positionen zum Thema Betteln und Bettelverbote.

Mit Arbeiten von: ERIC AUPOL, DELAINE LE BAS, JOACHIM BAUR, ERNST M. BINDER, CHRISTIAN EISENBERGER, STEFANIE ERJAUTZ, OLIVIA FÜRNSCHUSS, KARL GRÜNLING, PETER GERWIN HOFFMANN, ZLATKO KOPLJAR, XXKUNSTKABEL, CLAUDIA NEBEL, NORBERT NESTLER, FRIEDERIKE NESTLER-REBEAU, RESANITA, CHRISTOPH SCHLINGENSIEF, JOSEF SCHÜTZENHÖFER, WOLFGANG TEMMEL, GUSTAV TROGER, THEATER IM BAHNHOF, FRANZ WEST, JOSEF WURM, ZWEINTOPF, U.A.

Eine Kooperation von Akademie Graz und Stadtmuseum Graz
KuratorInnen: Martin Behr, Astrid Kury

Eröffnung: Donnerstag, 14.04.2011, 19.00 Uhr

Impuls-Statement: Menschenrechtsexperte Univ.-Prof. DDr. Wolfgang Benedek

Ausstellungsdauer: 15.04. – 04.05.2011
Öffnungszeiten: Di – So, 10:00 – 18:00 Uhr

Stadtmuseum Graz, Sackstraße 18, 8010 Graz

Anfragen:
Akademie Graz, 0316 837985,
office@akademie-graz.at
www.akademie-graz.at

Stadtmuseum Graz, 0316 872 7600,
stadtmuseum@stadt.graz.at
www.stadtmuseumgraz.at

Unterschriftenliste: Gegen die Vertreibung von BettlerInnen vor Hoferfilialen

BettlerInnen werden auf Anweisung der Geschäftsleitung der Firma Hofer immer wieder vom Firmengelände weggewiesen. Die Firma Hofer hat diese Vorgangsweise auf Nachfrage auch schriftlich bestätigt – und zwar mit der Begründung, dass das von Kunden so gewünscht werde. Auch bei Lidl- und Merkur-Märkten wurden Wegweisungen beobachtet.
Der Einzelne kann dagegen wenig machen. Wenn aber eine ausreichende Anzahl von Hofer-Kunden Ihre Missbilligung dieser Praxis zum Ausdruck bringt und ankündigt, bei Hofer nichts mehr einzukaufen oder weniger einzukaufen, solange diese Regelung besteht, werden die Hofer Manager über die Sache nachdenken. Hier geht´s zur Unterschriftenliste.

Verliert Graz den Titel „Menschenrechtsstadt“?

Ein Artikel aus der kleinen Zeitung am 25.02.2011 von Helmut Bast

Bettelverbot: Rüge aus USA

Hohe Wellen bis nach New York schlägt das beschlossene Bettelverbot. Menschenrechtsorganisation fordert zur Rücknahme des Gesetzes auf.

Als Verletzung der Menschenrechte und für eine Menschenrechtsstadt „inakzeptable Entwicklung“. So beurteilt Shulamith Koenig, Präsident der Menschenrechtsorganisation PDHRE mit Sitz in New York, in einem Schreiben an Bürgermeister Siegfried Nagl das am 15. Februar im Landtag beschlossene Bettelverbot. Die Betroffenheit und Besorgnis werde auch von den anderen Menschenrechtsstädten geteilt, so Koenig.

Koenig fordert Nagl (der ja für das Bettelverbot eingetreten ist) dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass das Gesetz zurückgenommen wird. Sollte dies nicht gelingen, drohe Graz seine Vorbildrolle als erste Menschenrechtsstadt zu verlieren. Die Rüge ist umso bemerkenswerter, als die UNO-nahe PDHRE damals Graz dazu bewog, sich zu einem Menschenrechts-Vorzeigebeispiel zu entwickeln. Koenig: „Eine Aberkennung des Titels wäre auch auf internationaler Ebene eine veritable Blamage.“ Nagl ist auf Urlaub. Man werde natürlich auf den Brief antworten, heißt es in seinem Büro.

Das Bettelverbot beschäftigt jetzt auch noch einmal den Landtag. Dass Landtagspräsident Manfred Wegscheider die Behandlung der Petition des Menschenrechtsbeirates ablehnt, erzürnt den Grünen Landtagsabgeordneten Lambert Schönleitner. Die Entscheidung sei „absolut nicht nachvollziehbar und peinlich für den Landtagspräsidenten“, so Schönleitner. Wegscheider mache sich zum „parteipolitischen Erfüllungsgehilfen“.

Morgen startet am Grazer Hauptplatz um 16 Uhr die Aktion „Betteln – Armut hat ein Gesicht“. Sie will der Konstruktion von Feindbildern entgegenwirken.

Bettelverbot in Österreich – Eine milde Plage

Ein Beitrag aus der süddeutschen Zeitung vom 23.02.2011 von Michael Frank

Nach Wien und Salzburg hat nun auch die Steiermark ein Bettelverbot erlassen. Der Generalverdacht gegen arme Bettlerbanden treibt nicht nur Juristen und Kirchenvertreter auf die Barrikaden.

Ist ein Mensch, der am Straßenrand kauert und um ein Almosen bittet, dem situierten, rechtschaffenen Bürger unzumutbar? Einst, es ist lange her, waren Bettler in Europa sogar akzeptierte Mitglieder der Gesellschaft, die dem wohlhabenden Rest der Welt, sofern freigiebig, wenigstens zu einem guten Gewissen verhalfen. Nun hat in Österreich nach den Bundesländern Wien und Salzburg auch die Steiermark ein generelles Bettelverbot erlassen. Die Folge ist ein heftiger gesellschaftlicher Disput über Diskriminierung und Pharisäertum.

In der steirischen Hauptstadt Graz demonstrierten kürzlich Hunderte Österreicher; um gegen das Verbot zu protestieren, knieten sie sich in Bettelpose an die Straßenränder der Innenstadt. „Wir haben nie etwas getan. Unsere Sünde besteht darin, dass wir arm zur Welt gekommen sind“, sagte Arpad Lakatos, Bettelveteran aus der Slowakei, der wie viele seiner Landsleute oft nach Graz kam, um Almosen zu erbitten. Und am Rande entlarvte der Disput auch noch die Mär von organisierten Bettlerbanden aus dem näheren europäischen Osten als populistische Propaganda. Gegen die Verbote in Wien und Salzburg – deren Wirksamkeit allerdings als relativ einzuschätzen ist – laufen Beschwerden beim Wiener Verfassungsgerichtshof. Umso erboster sind die Gegner des Verbots, dass der steirische Landtag mit seinem Beschluss nicht auf den Spruch des Gerichts warten wollte. Weiterlesen

ExpertInnenhearing zum Bettelverbot in Graz zum Nachhören (14.2.)

Wegen des geplanten Bettelverbotes in der Steiermark fand am Montag ein ExpertInnenhearing im Landtag statt. SPÖ, ÖVP und FPÖ PolitikerInnen verzichteten jedoch auf Hintergrundinfos und blieben der Veranstaltung fern.
In Graz wurde übrigens sehr viel Geld für Citybranding ausgegeben, denn der Imageschaden nach der Durchsetzung eines Bettelverbots wird enorm sein!

Feierliche Produktvorstellung: DER BETTLERAUTOMAT

Weitere Informationen

Zeit
Dienstag, 15. Februar · 10:00 – 11:00

Ort vor dem Grazer Landhaus 

Herrengasse
Graz, Austria

Erstellt von

Das Theater im Bahnhof (TiB) schenkt der Stadt Graz einmal mehr eine wunderschöne Idee:Den Bettlerautomaten!

Die feierliche Produktvorstellung wird von der bezaubernden Pia Hierzegger am Dienstag, dem 15.02.2011, um 10:00 vor dem Grazer Landhaus begangen.

…Wir freuen uns mit!

„Nein, nein, nein und nochmals nein“,

antwortet Gerhard Lecker auf die Frage, ob es in Graz zumindest einen polizeilich
belegten Hinweis gibt, dass die Bettelnden gezwungen werden, ihr Geld an Fremde
abzugeben. Lecker weiß es genau, schließlich leitet er die sicherheitspolizei-
liche und kriminalpolizeiliche Abteilung der Grazer Polizei. Aus: