Begegnungs- und Austauschtreffen mit bettelnden Menschen in Innsbruck

Grafik und Bild: Cordula Heins

Ein Kooperationsprojekt von FREIRAD und BETTELLOBBY

Monatlich laden wir Menschen, die  in Tirol betteln, zu einem Treffen ein. Wir sprechen dabei gezielt notreisende Menschen (insbesondere Frauen) an, die mit besonderer Ausgrenzung, Antiziganismus und staatlicher Repression konfrontiert sind.

In einem geschützten Rahmen gibt es die Möglichkeit für Begegnung, gemeinsames Kochen und Austausch bei Essen und Musik. Wir bieten aber auch einen Ort, an dem man sich ausruhen und einfach da sein kann.

Uns interessiert, wie es Menschen, die betteln, hier in Österreich und in ihren Herkunftsländern geht. Bei Bedarf informieren wir über rechtliche Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote in Tirol. Die Gespräche werden dolmetschunterstützt.

Radio Freirad unterstützt das Projekt mit den 2000,- Euro Preisgeld aus dem durch die Stadt Innsbruck verliehenen Preis der Vielfalt 2017.

Aus den Augen, aus dem Sinn? Armut und Betteln im öffentlichen Raum

Vortrag & Diskussion

Donnerstag, 28.06.2018, 19:00
Waltherpark in St. Nikolaus, Innsbruck
(bei Schlechtwetter im John Montagu, Höttingergasse 7)

Der Vortrag widmet sich dem gesellschaftspolitischen Umgang mit sichtbarer Armut und mit Menschen, die den öffentlichen Raum zum Betteln nutzen. Hinterfragt werden dabei restriktive Maßnahmen wie Bettelverbote und ihre Auswirkungen.

Referentinnen: Erika Dekitsch & Elisabeth Hussl (Bettellobby Tirol)

Eine Veranstaltung des Kulturvereins Vogelweide im Rahmen des Jahresschwerpunkts „Res Publica – eine öffentliche Sache“.

Film & Gespräch: Betteln. Eine persönliche Herausforderung

Mittwoch, 29. November, 20 Uhr
Spielraum für Alle, Franz-Fischer-Straße 12, 6020 Innsbruck

In der Weihnachtszeit die Hand aufzuhalten und um direkte Hilfe zu bitten, ist für armutsbetroffene Menschen rund um den Christkindlmarkt in der Innsbrucker Innenstadt gänzlich verboten. Seit kurzem ist auch das Nächtigen im Freien strafbar. Sichtbare Armut wird aus der weihnachtlichen Idylle und dem Blickfeld verbannt. Doch was wissen wir eigentlich über bettelnde Menschen und über ihre Lebenssituation?
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Menschenverachtender Umgang mit armutsbetroffenen Menschen: Innsbrucker Gemeinderat beschließt Nächtigungsverbot

Als menschenverachtend kommentiert die Bettellobby Tirol die am 5.10.2017 vom Innsbrucker Gemeinderat beschlossenen Nächtigungsverbotszonen für obdachlose Menschen. Dass derartige Maßnahmen noch im 21. Jahrhundert eingeführt werden, ist nicht nur beschämend, sondern auch alarmierend. Menschen, die in massiver Armut leben und keinen Ort für sich haben, werden diffamiert, aus dem Blick verbannt und letzten Endes eingesperrt.

Die beschlossenen Nächtigungsverbotszonen fügen sich ein in eine Reihe von Maßnahmen wie dem Bettel- und Alkoholverbot, verstärkten Säuberungsaktionen, die darauf abzielen, armutsbetroffene Menschen aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Sie sind ein weiteres Zeichen einer Politik, die zunehmend auf dem Rücken von sozial Schwächeren ausgetragen wird und das gesellschaftliche Klima vergiftet.

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 „Auch Menschen, die betteln, dürfen sich organisieren!“

Die Bettellobby Tirol fordert, die Hetzjagd auf bettelnde Menschen zu beenden

Verstärkt werden von Armut betroffene Menschen in Innsbruck, die im öffentlichen Raum um Almosen bitten, zur Zielscheibe von Schwerpunktaktionen der Polizei. „Bei der Aktion scharf gegen Bettler wurden seit Mai 53 Personen angezeigt“, heißt es in einem Artikel der Tiroler Tageszeitung vom 30.6.2017.

In dem Artikel ist von einem gut gekleideten Bettelorganisator die Rede, der die Erlöse einkassiert haben soll. Wir können derzeit nicht beurteilen, inwiefern der sogenannte Organisator Geld eingesammelt hat. Fest steht, dass es nicht verboten ist, 300 Euro zu verwahren, wie im Bericht angeführt wird. Ebenso wenig ist es verboten, sich – wie betont – gut zu kleiden.

Warum wird im Zusammenhang mit bettelnden Menschen ständig abgesprochen, hervorgehoben und als verdächtig gewertet, was in der Mehrheitsgesellschaft als etwas ganz Selbstverständliches und nicht zu Hinterfragendes gilt? Weiterlesen

Veranstaltung in Landeck: Betteln – eine persönliche Herausforderung

Fr, 19. Mai 2017 – 20 Uhr
Altes Kino Landeck, Malserstraße 54

mit Gastreferent Dr. Helmut P. Gaisbauer (Zentrum für Ethik und Armutsforschung, Universität Salzburg)

In Landeck wird über ein Bettelverbot diskutiert. Doch was wissen wir eigentlich über bettelnde Menschen und über ihre Lebenssituation?

Der Film „Betteln. Menschen. Rechte“ der Initiative Minderheiten Tirol gibt einen Einblick in Lebensbedingungen, Sichtweisen und Perspektiven bettelnder Menschen – ein Film, der jenen Menschen eine Stimme gibt, die selten gehört werden. (AT 2015, OmU, 21 Min., Regie: Monika K. Zanolin) Weiterlesen

Neue und aktualisierte Auflage: Ratgeber für bettelnde Menschen und UnterstützerInnen in Tirol

Betteln ist erlaubt! Rechte – Informationen – Unterstützung heißt der Ratgeber für bettelnde Menschen und UnterstützerInnen, den die Bettellobby Tirol, der Verein für Obdachlose, die Initiative Minderheiten Tirol und FREIRAD, das Freie Radio Innsbruck erstellt haben. Die Broschüre informiert über Rechte von bettelnden Menschen, über das, was erlaubt ist und was verboten ist, über konkrete Hilfsangebote und Anlaufstellen in Innsbruck, veranschaulicht mit einem Stadtplan. Der Ratgeber liegt in neuer und aktualisierter Auflage in sechs Sprachen vor: in deutsch, bulgarisch, englisch, rumänisch, slowakisch und ungarisch.

Die Broschüre gibt es hier zum Download und kann kostenlos bei der Bettellobby Tirol bezogen werden. Bei Interesse schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an bettellobby-tirol@gmx.at. Gerne vereinbaren wir einen Abholtermin oder lassen Ihnen die Broschüren auf dem Postweg zukommen.

Aktion gegen das geplante Bettelverbot in Landeck

In einem offenen Brief fordert die Bettellobby Tirol die Mitglieder des Landecker Gemeinderats auf, das geplante Bettelverbot, für das sich der Stadtrat mehrheitlich aussprach, zu überdenken und keine voreiligen kurzsichtigen Entscheidungen zu treffen. Weiterlesen →

GEBEN ERLAUBT!
Für einen solidarischen Umgang mit bettelnden Menschen

Freitag, 10. Februar 2017 – Landeck

Eine Protestaktion gegen das geplante Bettelverbot von Theatergruppe ein-aus, Bettellobby Tirol und Initiative Minderheiten Tirol

Treffpunkt: 10 Uhr Stadtplatz / Altes Kino Landeck
Wir bewegen uns durch die Stadt / Malserstraße
Schlusskundgebung: M-Preis / Malserstraße

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Offener Brief an die Redaktion des BR zum Tatort „Klingelingeling“ vom 26.12.16 um 20:15 ARD

 

Offener Brief an die Redaktion des BR zum Tatort “Klingelingeling” vom  26.12.2016  um 20:15 in der ARD

Wir verurteilen die Diffamierung von bettelnden Menschen!

Sehr geehrte Frau Heckner, sehr geehrte Frau Golch, sehr geehrter Herr Mühlfellner,

AktivistInnen der Bettellobbies Österreich1 haben gestern wie fast 7 Millionen weitere Zuschauer den Tatort „Klingelingeling“ gesehen. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit dem Thema Betteln in Österreich und stehen in direktem Kontakt zu vielen BettlerInnen. Wir unterstützen bettelnde Menschen in rechtlichen Belangen,  konkret beeinspruchen wir diverse Strafverfügungen (Allgemeinverfügungen) mit sehr guten Erfolgen, schreiben zum Teil die sogenannten Bettelschilder, begleiten die Menschen als Vertrauenspersonen zur Polizei oder zum Gericht und decken Behördenwillkür auf. Außerdem sammeln wir Informationen über die Situation der BettlerInnen, bereiten diese auf und geben sie in Workshops und Vorträgen weiter.
UND wir kämpfen gegen Vorurteile, falsche Medienberichte und rassistische Hetze. Letzteres veranlasst uns dazu, uns in einem offenen Brief an Sie zu wenden.
Im Tatort vom 26.12. wird geschätzt 20 mal das Wort Bettelmafia verwendet. Auch die gesamte Darstellung lässt keinen Zweifel daran, dass eine solche existiert bzw. legt  nahe, dass zumindest ein Großteil der Personen, die dem Betteln nachgehen, dies nicht aus freien Stücken tun und über Erbetteltes auch nicht persönlich verfügen dürfen.
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