AnwältInnen gesucht!

Die BettelLobby Wien sucht ab September 2017 engagierte Jurstinnen und Juristen. Wir verteidigen das Grundrecht auf Betteln und kämpfen gegen Polizei- und Behördenwillkür. Wir unterstützen Betroffene, Einsprüche bei ungerechtfertigten Strafverfügungen zu schreiben und helfen ihnen, sich gegen Repression zu wehren. Zur Unterstützung suchen wir JuristInnen, die an unseren Rechtshilfetreffen, die einmal im Monat im Amerlinghaus stattfinden, teilnehmen und Betroffene zu Gericht begleiten. Die Arbeit ist sehr spannend, vielseitig und wir sind ein nettes Team. Leider können wir nichts bezahlen, wir sind eine ehrenamtlich arbeitende Initiative. Eure Bewerbungen nehmen wir gerne unter wien@bettellobby.at entgegen!

Stadt für alle?!

Im Rahmen der Ringvorlesung Stadt für alle?! Zwischen lokalen Grenzpraktiken und Urban Citizenship veranstaltet die Stadtzeitung Augustin eine Strawanzerei. Auch die Bettellobby Wien ist hier vertreten. Am Donnerstag, 29.6. 2017 treffen wir uns am Karlsplatz vor dem Club U (Ausgang Resslpark). Eine rumänische Bettlerin führt euch in ihren Alltag in der Stadt ein, eine Aktivistin der Bettellobby Wien wird übersetzen. Kommt vorbei!

FAQs zur „AKTION SCHARF“ gegen Armutsbetroffenen in Wien

Unser Posting vom 12.4.2017 zu Herrn Dukov, der bei der Aktion Scharf der Wiener Linien in der Osterwoche Vollstreckungsverfügungen und Strafverfügungen in der Höhe von 3240 Euro ausgehändigt bekommen hat, ließ viele JournalistInnen bei uns rückfragen. Damit wir nicht jede Anfrage einzeln beantworten müssen, hier nun ein paar FAQs:

1. GIBT ES JEDES JAHR EINE „AKTION SCHARF“ GEGEN BETTLERINNEN?

Derartige Vertreibungsaktionen sind uns in den letzten Jahren im Advent und zu Ostern immer wieder aufgefallen.
Beispielsweise wurden im Advent 2014 Mitglieder der BettelLobbyWien ZeugInnen einer „Aktion Scharf“:

„Mehrere hochrangige BeamtInnen sind im Einsatz um zwei BettlerInnen aus Bulgarien 6 Euro 68 und 1 Euro 26 abzunehmen, um sie stundenlang festzuhalten, sie zu zwingen sich auszuziehen, um sie dann,  nach Mitternacht, nachdem keine Straßenbahn mehr fährt, zitternd vor Hunger, ohne einen Groschen in der Tasche, zu entlassen. Dieser Einsatz hat sicher viele hunderte Euro gekostet. Gebracht hat er nicht mal die erhoffte Abschreckung. Die beiden betteln am nächsten Tag wieder. Sie haben schlicht keine andere Möglichkeit. Ihre Armut zwingt sie dazu.“
Hier der Bericht: https://www.bettellobby.at/2015/01/23/augenzeugenbericht-von-der-aktion-scharf-am-christkindlmarkt/ Weiterlesen

AKTION SCHARF: 3.240 Euro Strafe oder 23 Tage Gefängnis

Herr Dukov* traute seinen Augen nicht, als er gestern einen Stapel Strafverfügungen ausgehändigt bekam. Seit einigen Jahren bettelt der 75jährige manchmal in einer Station der Wiener Linien. Still auf den Stufen sitzend, an die Wand gepresst, um PassantInnen nicht zu behindern. Manchmal kamen KontrolleurInnen vorbei, händigten ihm einen Erlagschein über 103 Euro aus, wenn er keinen Fahrschein hatte und forderten ihn zum Gehen auf. Dass er Jahre später zusätzlich Strafen von insgesamt 3.240 Euro nach dem Eisenbahngesetz für das „Verstellen oder Versperren der Stiege“ bekommen würde, war ihm nicht bekannt. Er versteht auch nicht, warum von ihm für „Verstellen oder Versperren der Stiege“ unterschiedliche Beträge verlangt werden: 80, 160, 280 oder 560 Euro. Weiterlesen

Strafverfahren eingestellt!

Wieder hat ein Polizeikommissariat in Wien zwei Verfahren gegen Bettlerinnen wegen angeblicher „gewerbsmäßiger Bettelei“ aufgrund der Einsprüche der BettelLobbyWien eingestellt. In letzter Zeit passiert dies öfter und erspart den Gang zum Verwaltungsgericht.

Aber auch am Verwaltungsgericht konnten wir bislang etwa 80% unserer Beschwerden gewinnen: Die Verfahren wurden eingestellt und den BettlerInnen musste das abgenommene Geld zurück gegeben werden.

BETTELN IST ERLAUBT!

Erzähl-Café mit bettelnden Menschen in Wiener Neustadt am 15.2. um 19 Uhr

Es wird viel ÜBER Bettlerinnen und Bettler geschrieben und gesprochen, jedoch wenig MIT ihnen. Wir laden deshalb im Rahmen eines Erzählcafés Menschen ein, die in Wiener Neustadt durch Betteln ihren Lebensunterhalt verdienen und wollen mit Ihnen ins Gespräch kommen, Fragen stellen und Hintergründe erfahren. Zu Gast ist auch die Filmemacherin Ulli Gladik von der Bettellobby Wien. Mit ihr wollen wir auch die gesetzliche Situation des Bettelns beleuchten. In Niederösterreich ist es verboten, aufdringlich, aggressiv, gewerbsmäßig, organisiert oder mit Kindern zu betteln. Ein Landtagsbeschluss vom September 2016 ermöglicht Gemeinden in NÖ nun sogar Stilles Betteln zu verbieten. Viele kirchliche Vertreter haben sich öffentlich dagegen ausgesprochen.

Moderation: Christoph Watz, Katholische Aktion

Eine Kooperation von Katholische Aktion der Erzdiözese Wien und Bildungszentrum St. Bernhard

Von Mittwoch, 15.02.17, 19.00 Uhr bis Mittwoch, 15 uvwljqx.02.17, 21.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Bildungszentrum St. Bernhard
Domplatz 1
2700 Wiener Neustadt

Eintritt frei

Hauptveranstalter:
Kath. Aktion der Erzdiözese Wien
Stephansplatz 6/5/52
1010 Wien

Protest gegen sektorales Bettelverbot in Wiener Neustadt

In Wiener Neustadt soll nun ein sektorales Bettelverbot eingeführt werden. Wie immer, wenn es um neue Bettelverbote geht, werden BettlerInnen als „Bettelbanden“ bezeichnet und man versucht ein möglichst negatives Bild zu zeichnen. Um das Vorgehen gegen sie auch noch moralisch zu rechtfertigen wird argumentiert, dass mit dem Verbot „Bettelnde geschützt werden sollen“… Die Katholische Aktion hat nun einen Offenen Brief verfasst, der von vielen Menschen unterstützt wird: http://www.ka-wien.at/…/gesellschaftsenga…/article/1776.html

Und hier gibt es einen Blog der Katholischen Aktion zum Thema Betteln: http://ka-wien.at/betteln

Rechtshilfetreffen der BettelLobbyWien – Termine 2017/2018

Brosch-RUJeweils Montag 19 Uhr im Amerlinghaus 1070 Stiftgasse 8, Galerie

18.9.2017
16.10.2017
20.11.2017
18.12.2017

15.1.2018
19.2.2018
19.3.2018
16.4.2018
21.5.2018
18.6.2018


BETTELN IST ERLAUBT.

Seit 2013 gibt es einmal monatlich ein Rechtshilfetreffen für BettlerInnen und StraßenzeitungsverkäuferInnen im Amerlinghaus Wien. Wir haben bisher bereits hundert Strafverfügungen wegen Bettelns beeinsprucht, 80% der Einsprüche wurde bislang statt gegeben!

Eingeladen sind BettlerInnen und UnterstützerInnen. Bitte alle Unterlagen zu den Strafen zum Rechtshilfetreffen mitnehmen. Wir sprechen auch Bulgarisch und Rumänisch, auf Anfrage auch Ungarisch. Es gibt Kinderbetreuung und auch einen kleinen Imbiss und Plauderei.

Unsere Rechthilfenummer: 0660 3959747

Offener Brief an die Redaktion des BR zum Tatort „Klingelingeling“ vom 26.12.16 um 20:15 ARD

 

Offener Brief an die Redaktion des BR zum Tatort “Klingelingeling” vom  26.12.2016  um 20:15 in der ARD

Wir verurteilen die Diffamierung von bettelnden Menschen!

Sehr geehrte Frau Heckner, sehr geehrte Frau Golch, sehr geehrter Herr Mühlfellner,

AktivistInnen der Bettellobbies Österreich1 haben gestern wie fast 7 Millionen weitere Zuschauer den Tatort „Klingelingeling“ gesehen. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit dem Thema Betteln in Österreich und stehen in direktem Kontakt zu vielen BettlerInnen. Wir unterstützen bettelnde Menschen in rechtlichen Belangen,  konkret beeinspruchen wir diverse Strafverfügungen (Allgemeinverfügungen) mit sehr guten Erfolgen, schreiben zum Teil die sogenannten Bettelschilder, begleiten die Menschen als Vertrauenspersonen zur Polizei oder zum Gericht und decken Behördenwillkür auf. Außerdem sammeln wir Informationen über die Situation der BettlerInnen, bereiten diese auf und geben sie in Workshops und Vorträgen weiter.
UND wir kämpfen gegen Vorurteile, falsche Medienberichte und rassistische Hetze. Letzteres veranlasst uns dazu, uns in einem offenen Brief an Sie zu wenden.
Im Tatort vom 26.12. wird geschätzt 20 mal das Wort Bettelmafia verwendet. Auch die gesamte Darstellung lässt keinen Zweifel daran, dass eine solche existiert bzw. legt  nahe, dass zumindest ein Großteil der Personen, die dem Betteln nachgehen, dies nicht aus freien Stücken tun und über Erbetteltes auch nicht persönlich verfügen dürfen.
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