Solischlafen im Wiener Stadtpark, Presseaussendung

IMG_2958Tag der Arbeit. Tag der Arbeitslosigkeit. Tag der Obdachlosigkeit.
500 Obdachlose in Wien auf der Straße – Solischlafen im Stadtpark wird weiter gehen

„Trotz Regen kamen gestern 150 Menschen zur Solischlafaktion in den  Stadtpark, brachten Schlafsäcke und Essen vorbei“, resümieren MenschenrechtsaktivistInnen und SozialarbeiterInnen anlässlich der  gestrigen Solidarität- und Übernachtungsaktion im Stadtpark. „Wir  wollen nicht in einer Stadt leben, wo obdachlose Menschen nicht einmal  einen Notschlafplatz bekommen,“ so der Tenor der Teilnehmenden. Weiterlesen

Merk.Würdig.Arm: Über Stereotype, Vorurteile und Selbstbilder rumänischsprachiger Bettler_innen in Wien.

Diplomarbeit von Teresa Wailzer

Über Bettler_innen aus Osteuropa wird heute viel gesprochen. Doch was sind Gerüchte, was sind Fakten? Wie gehen wir als Gesellschaft mit bettelnden Menschen in Wien um? Und was sagen die Betroffenen eigentlich dazu? Die vorliegende Diplomarbeit macht Stereotype und Vorurteile über Bettler_innen in der öffentlichen Wahrnehmung ausfindig. Oft werden ‚kriminelle Banden‘ im Hintergrund vermutet. Sie seien organisiert, um Bedürftigkeit vorzutäuschen und um die Gutherzigkeit der Menschen und den österreichischen Sozialstaat auszunützen. Die Sichtweise der Betroffenen ist gegenteilig: In Österreich haben sie (noch) keine andere Möglichkeit um Geld zu verdienen und ihre Familie zu ernähren. Viele haben Angst, allerdings nicht vor mafiösen Strukturen, sondern vor Polizeikontrollen. Häufig ist unklar, wann Betteln überhaupt bestraft wird und wann nicht.  Die Selbst- und Fremdbilder weichen stark voneinander ab und erfordern differenzierte Debatten mit der Einbindung aller Beteiligten.

DIPLOMARBEIT.

 

Schutzlose Unsicherheitsherde

bettlerstachmichnieder«Die Bürger fühlen sich gestört» – Bettler_innen sind also keine Bürger_innen?

Dass sich Ereignisse und Entwicklungsstufen der Gesellschaft und Geschichte in Zyklen wiederholten, wollen wir nicht annehmen: Die Chancen, gerechtere Verhältnisse zu erkämpfen, wären dann gering. Die Anhänger_innen der Zyklen-Theorie haben ein starkes Argument: Die Krise wird stärker, und die Schutzlosesten werden zu Sündenböcken aufgeblasen. Wie das schon immer der Fall war. Die auflagestärksten Blätter Österreichs intensivieren ihre Anti-Bettler_innen-Kampagne.  Von Robert Sommer. Erschienen im Augustin 341. Foto: Krone

Der «Kurier» ist seinem Selbstverständnis nach seriöser als die führenden Massenzeitungen, die zum Teil Gratiszeitungen sind. Dennoch: Bettler_innen kommen in seiner Berichterstattung fast ausschließlich als Plage vor. Eine kleine Chronologie der «Bettler»-Schlagzeilen, die das erschreckende Verschwinden von Humanität aus dem Tagesjournalismus des Raiffeisen-Blattes ausdrückt: Weiterlesen

Wien aus Sicht der Kolporteure

 MO ist eine von mehreren Straßenzeitungen in Wien, durch deren Verkauf sich sozial benachteiligte Menschen einen kleinen Zuverdienst ermöglichen. Wir begleiteten sie auf ihrer Tour. Reportage: Eva Bachinger. Fotos: Karin Wasner, erschienen im MO #25

Das Lokal „Kantine“ im Wiener Museumsquartier ist zur Mittagszeit gerammelt voll. Ein Rom macht mit einer Straßenzeitung, die nicht mehr ganz taufrisch aussieht, die Runde. Er ist nicht erfolgreich: mitleidiges Kopfschütteln, ein Nein da, ein Nein dort oder schlichtes Ignorieren. Doch der junge Mann bleibt hartnäckig: Er hält die Hand hin und sagt „Einen Euro, bitte.“ Vergebens. Dann erzählt er mit traurigem Gesichtsausdruck von seinen Kindern, die zuhause in Rumänien nichts zu essen hätten.  Weiterlesen…

Bachelorarbeit lässt bettelnde Menschen zu Wort kommen:

Bettelnde Menschen in Wien – eine sozialarbeiterische Grundlagenforschung

In welchen Lebenssituationen befinden sich bettelnde Menschen in Wien? Welche Bedürfnisse und Problemlagen haben diese und welche Anforderungen lassen sich dadurch an die soziale Arbeit ableiten? Das Phänomen Betteln in Wien ist aktuell oft Gegenstand der medialen Berichterstattung, und im Zuge der Novellierung des Wiener Landessicherheitsgesetzes auch im Fokus des politischen Diskurses. Zeitgleich gibt es kaum wissenschaftliche Forschung zum Thema Betteln in Wien. Die mediale und politische Debatte läuft demnach Gefahr,  ihre  Argumentationen nicht auf wissenschaftlich fundierte Daten zu stützen. Auffallend ist, dass sowohl auf medialer, als auch auf rechtlicher und wissenschaftlicher Ebene die Meinungen der betroffenen BettlerInnen selbst kaum Gehör finden. Daher wird in vorliegender Arbeit  als primäre Erhebungsmethode ein qualitatives,  offenes Interview gewählt, das ausschließlich mit BettlerInnen geführt wird, um diese als ExpertInnen ihrer Situation zu Wort kommen zu lassen. Weiterlesen

Veranstaltungstipp: Bettelverbot – In Linz kein Platz fuer Arme?

Mi 2. März 2011, 19.00 Uhr
Altes Rathaus, Hauptplatz Linz (Pressezentrum)

Im März werden ÖVP und FPÖ im OÖ. Landtag ein „Bettelverbot“ beschließen. Wachkörper wie der Linzer Ordnungsdienst sollen ermächtigt werden, „aufdringliches Betteln“ zu bestrafen. Doch darf Armut in Linz tatsächlich keinen Platz mehr haben?

Gemeinsam mit ExpertInnen wollen wir kritisch die Hintergründe beleuchten:
– Was wird ein Bettelverbot bewirken, wer ist davon betroffen?
– Wie kritisch sehen Polizei und Sozialvereine das geplante Bettelverbot?
– Sollen die Kompetenzen des Linzer Ordnungsdienstes ausgeweitet werden?

Am Podium:
Mag.a Marion Thuswald – Bettellobby Wien
Mag. Axel Schacht – Streetworker Sozialverein B37
Dr. Walter Widholm – Polizeidirektor Linz

Moderation: Erhard Gstöttner / Oberösterreichische Nachrichten

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Mag.a Maria Buchmayr, Landtagsabgeordnete
Mag. Markus Pühringer, Gemeinderat

Sozis erlauben Jagd auf «Verwahrloste»

Zur geplanten Novellierung des Wiener Sicherheitsgesetzes

 1939 begann das nationalsozialistisch verwaltete Wien mit dem Aufbau gigantischer Karteien im Rahmen der «Erbbiologischen Bestandsaufnahme». Neben Geisteskranken, Alkoholikern,  allen Arten von «Asozialen» wurde die Kategorie der «Verwahrlosten» einschließlich aller lebenden Vorfahren und Nachkommen («Sippschaft»), aufgenommen. In der Wiener Zentralkartei waren bis 1943 bereits 700.000 Personen erfasst, wie aus Materialien des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes hervor geht. Weiterlesen

Arme beim Körper halten

Zur Situation von Bettlerinnen in Wien

von Marion Thuswald

Armut und Mobilität

Über Betteln wird derzeit in Österreich noch immer viel diskutiert, vor allem im Zusammenhang mit Kriminalität, Sicherheit, Störung, Belästigung und Ausbeutung – und mit der Forderung nach einem generellen Bettelverbot. Der folgende Artikel widmet sich der Situation bettelnder Frauen ohne österreichische Staatsbürgerinnenschaft in Wien; also jenen Pendelbettlerinnen, die aus EU-Ländern wie Rumänien oder Bulgarien für gewisse Zeit nach Österreich kommen, mit dem Ziel ihre Lebenssituation zu verbessern. Wenn ihr Herkunftsort für wöchentliches Pendeln zu weit von Wien entfernt liegt, bleiben die Frauen für einige Monate hier und mieten Zimmer oder Betten; manche bringen ihre Kinder mit. Die Frauen betteln oder bieten Rosen an, sie sitzen im U-Bahnbereich oder vor Lebensmittelgeschäften,wienerlinien
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