Die Anderen der Mozartstadt, BA-Arbeit von Danyal Maneka

Osterputz

Danyal Maneka untersucht in seiner politikwissenschaftlichen Arbeit die Rolle rassistischer Bedeutungskonstruktion im Salzburger Printmediendiskurs vor dem Beschluss des sektoralen Bettelverbots. Er legt damit eine lesenwerte Analyse medialer Strategien vor, die wesentlich zur repressiven Politik gegen Bettler_innen beiträgt. Betteln_Mediendiskurse_Salzburg2016_BAC arbeit

„Bettelverbote in Österreich“ – Neue Arbeit beleuchtet geschichtliche, juristische und soziale Aspekte

Die Studentin Birgit Fuchs hat an der FH Oberösterreich, Fakultät für Gesundheit und Soziales Linz, eine spannende Arbeit zum Thema „Bettelverbote“ verfasst:

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Bettelverboten in Österreich auseinander. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit Begrifflichkeiten, Statistiken und dem geschichtlichen und juristischen Aspekt der Bettelei. Dabei stehen die Entwicklung im Laufe der Geschichte sowie die heutige gesetzliche Situation im Vordergrund. Nach der theoretischen Auseinandersetzung folgt der empirische Teil mit der Auswertung der Interviews mit den ExpertInnen aus dem sozialen Bereich und des Ordnungsdienstes Linz. Das Augenmerk liegt dabei auf der Bedeutung der Bettelverbote für die Betroffenen, die Soziale Arbeit und die Kontrollorgane. Von Relevanz sind auch die Sinnhaftigkeit des Verbotes und die Alternativvorschläge der Befragten. Im Anschluss kommt es zur Interpretation und Gegenüberstellung der Ergebnisse der Interviews und der behandelten Fachliteratur. Das Ergebnis zeigt, dass das Bettelverbot keine Lösung für die Bettelproblematik ist.

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Merk.Würdig.Arm: Über Stereotype, Vorurteile und Selbstbilder rumänischsprachiger Bettler_innen in Wien.

Diplomarbeit von Teresa Wailzer

Über Bettler_innen aus Osteuropa wird heute viel gesprochen. Doch was sind Gerüchte, was sind Fakten? Wie gehen wir als Gesellschaft mit bettelnden Menschen in Wien um? Und was sagen die Betroffenen eigentlich dazu? Die vorliegende Diplomarbeit macht Stereotype und Vorurteile über Bettler_innen in der öffentlichen Wahrnehmung ausfindig. Oft werden ‚kriminelle Banden‘ im Hintergrund vermutet. Sie seien organisiert, um Bedürftigkeit vorzutäuschen und um die Gutherzigkeit der Menschen und den österreichischen Sozialstaat auszunützen. Die Sichtweise der Betroffenen ist gegenteilig: In Österreich haben sie (noch) keine andere Möglichkeit um Geld zu verdienen und ihre Familie zu ernähren. Viele haben Angst, allerdings nicht vor mafiösen Strukturen, sondern vor Polizeikontrollen. Häufig ist unklar, wann Betteln überhaupt bestraft wird und wann nicht.  Die Selbst- und Fremdbilder weichen stark voneinander ab und erfordern differenzierte Debatten mit der Einbindung aller Beteiligten.

DIPLOMARBEIT.

 

„Von frühneuzeitlichen Bettelzeichen zu den heutigen Forderungen nach Bettlerlizenzen“ – Buchpräsentation 17.6. 17.30 h

buchIn Salzburg und Graz wurden in den letzten Monaten diverse Formen der Beschränkung des Bettelns diskutiert. Die Forderungen reichen von „Bettlerlizenzen“ und „Erlaubnisscheinen“, die Betteln auf einen ausgesuchten Personenkreis einschränken sollen, bis hin zu „Erlaubniszonen“ und „Erlaubniszeiten“, mit denen auch das Wo und Wann geregelt werden soll. Historisch gesehen sind diese Vorschläge wenig innovativ. Ab dem Spätmittelalter wurde Betteln in Städten immer mehr reglementiert und beschränkt. In Wien waren zwischen 1443 und 1693 nur BettlerInnen mit obrigkeitlicher Bettelerlaubnis in Form eines Bettelzeichens erlaubt, das gut sichtbar an der Kleidung angebracht werden musste. Nur an bestimmten Plätzen in der Stadt durfte damit um Almosen gebeten werden. Eine kürzlich erschienene Publikation widmet sich dem Wiener Bettelzeichen, das die Bezeichnung „Stadtzeichen“ trug, sowie den Menschen, die damit markiert und somit zu „StadtzeichnerInnen“ wurden. Bei der Buchpräsentation wird ausgehend von den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Verhältnissen eine Brücke zur aktuellen Situation bettelnder Menschen sowie den mit ihnen verbundenen Diskussionen geschlagen.

Datum und Uhrzeit: 17. Juni 2014, 17:30 Uhr

Ort: Wiener Stadt- und Landesarchiv (Guglgasse 14, 1110 Wien, Gasometer D)

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Repressiver Umgang mit Armut – neue Diplomarbeit von Franziska Schulteß

fsÖffentliche Diskussionen zu Betteln in Österreich zeichnen sich durch eine erstaunliche Distanz zum Gegenstand aus. Wissen über die Lebensumstände von Bettler*innen, im Sinne eines direkten Einblickes und Austausches, ist kaum verbreitet. Diese Diplomarbeit untersucht die Sitzungen des Wiener Landtages und Gemeinderates von 1993 bis 2013, in denen über Bettelverbote diskutiert wurde, und stellt sie in den Kontext eines neuen repressiven Umgangs mit Armut unter dem Schlagwort „öffentlicher Sicherheit“. Die parteipolitische Debatte zeichnete sich durch einen Mangel an Wissen aus: stereotype Bilder, wie der Mythos einer „Bettlermafia“, und überlieferte Vorurteile wurden als Faktenwissen verkauft. Die Betroffenen selbst kamen nicht zu Wort. Stattdessen wurden irrationale Ängste geschürt und allgemeine Unsicherheitsgefühle bedient, um Strafen, Vertreibung und die Diskriminierung von Armutsbetroffenen zu rechtfertigen.

DIPLOMARBEIT FRANZISKA SCHULTESS
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Bettelnde Menschen in Wien – eine sozialarbeiterische Grundlagenforschung

In welchen Lebenssituationen befinden sich bettelnde Menschen in Wien? Welche Bedürfnisse und Problemlagen haben diese und welche Anforderungen lassen sich dadurch an die soziale Arbeit ableiten? Das Phänomen Betteln in Wien ist aktuell oft Gegenstand der medialen Berichterstattung, und im Zuge der Novellierung des Wiener Landessicherheitsgesetzes auch im Fokus des politischen Diskurses. Zeitgleich gibt es kaum wissenschaftliche Forschung zum Thema Betteln in Wien. Die mediale und politische Debatte läuft demnach Gefahr,  ihre  Argumentationen nicht auf wissenschaftlich fundierte Daten zu stützen. Auffallend ist, dass sowohl auf medialer, als auch auf rechtlicher und wissenschaftlicher Ebene die Meinungen der betroffenen BettlerInnen selbst kaum Gehör finden. Daher wird in vorliegender Arbeit  als primäre Erhebungsmethode ein qualitatives,  offenes Interview gewählt, das ausschließlich mit BettlerInnen geführt wird, um diese als ExpertInnen ihrer Situation zu Wort kommen zu lassen.Das Interview orientiert sich an den Fragen nach der Lebenssituation, den Bedürfnissen und den Problemlagen bettelnder Menschen. Ziel der Forschungsarbeit ist es einerseits, einen Anstoß zu einem wissenschaftlichen Diskurs zum Thema Betteln aus einer sozialarbeiterischen Perspektive zu geben; andererseits, aus dem erhobenen Datenmaterial eine mögliche sozialarbeiterische Anforderung für die Praxis abzuleiten.

Hier geht’s zur Arbeit:  Bettelnde Menschen in Wien. Eine sozialarbeiterische Grundlagenforschung

Bachelorarbeit lässt bettelnde Menschen zu Wort kommen:

Bettelnde Menschen in Wien – eine sozialarbeiterische Grundlagenforschung

In welchen Lebenssituationen befinden sich bettelnde Menschen in Wien? Welche Bedürfnisse und Problemlagen haben diese und welche Anforderungen lassen sich dadurch an die soziale Arbeit ableiten? Das Phänomen Betteln in Wien ist aktuell oft Gegenstand der medialen Berichterstattung, und im Zuge der Novellierung des Wiener Landessicherheitsgesetzes auch im Fokus des politischen Diskurses. Zeitgleich gibt es kaum wissenschaftliche Forschung zum Thema Betteln in Wien. Die mediale und politische Debatte läuft demnach Gefahr,  ihre  Argumentationen nicht auf wissenschaftlich fundierte Daten zu stützen. Auffallend ist, dass sowohl auf medialer, als auch auf rechtlicher und wissenschaftlicher Ebene die Meinungen der betroffenen BettlerInnen selbst kaum Gehör finden. Daher wird in vorliegender Arbeit  als primäre Erhebungsmethode ein qualitatives,  offenes Interview gewählt, das ausschließlich mit BettlerInnen geführt wird, um diese als ExpertInnen ihrer Situation zu Wort kommen zu lassen. Weiterlesen

Betteln in Österreich. Eine Untersuchung aus theologisch-ethischer Perspektive. Von Ferdinand Koller

Wie geht die österreichische Gesellschaft mit bettelnden Menschen um? Diese Frage wird auf der Ebene des öffentlichen Diskurses und der Ebene von gesetzlichen Maßnahmen (Bettelverbote) untersucht. Aus der Perspektive der theologischen Ethik wird die aktuelle Situation beurteilt, das Betteln als Grundrecht dargestellt und – angesichts der größtenteils restriktiven Maßnahmen – die Frage nach einem aus christlicher Sicht verantwortbaren Umgang mit bettelnden Menschen gestellt. Dabei wird einerseits die Frage geklärt, ob an bettelnde Menschen Geld gespendet werden soll, andererseits sollen Kriterien für solidarisches Handeln mögliche Wege einer Neuorientierung im Umgang mit bettelnden Menschen aufzeigen.

DA Koller Ferdinand

Betteln als Beruf? Wissensaneignung und Kompetenzerwerb von Bettlerinnen in Wien. Von Marion Thuswald.

Die Diplomarbeit von Marion Thuswald, 2008 fertiggestellt, legt den Schwerpunkt auf das Wissen und die Kompetenzen von Bettlerinnen ohne österreichische Staatsbürger_innenschaft und erforscht ihr Arbeitsbedingungen im öffentlichen Raum in Wien.
Angesichts der schwierigen Lebenssituation im Herkunftsland sowie in Österreich ist Betteln eine – wenn auch prekäre – Möglichkeit der Überlebenssicherung. Weiterlesen