Aktion gegen das geplante Bettelverbot in Landeck

In einem offenen Brief fordert die Bettellobby Tirol die Mitglieder des Landecker Gemeinderats auf, das geplante Bettelverbot, für das sich der Stadtrat mehrheitlich aussprach, zu überdenken und keine voreiligen kurzsichtigen Entscheidungen zu treffen. Weiterlesen →

GEBEN ERLAUBT!
Für einen solidarischen Umgang mit bettelnden Menschen

Freitag, 10. Februar 2017 – Landeck

Eine Protestaktion gegen das geplante Bettelverbot von Theatergruppe ein-aus, Bettellobby Tirol und Initiative Minderheiten Tirol

Treffpunkt: 10 Uhr Stadtplatz / Altes Kino Landeck
Wir bewegen uns durch die Stadt / Malserstraße
Schlusskundgebung: M-Preis / Malserstraße

Betteln ist ein Menschenrecht
Betteln ist in Österreich grundsätzlich erlaubt. Menschen haben das Recht, andere Menschen auf ihre Notlage aufmerksam zu machen und sie um Unterstützung zu bitten. Das hat der Verfassungsgerichtshof im Jahr 2012 ausdrücklich entschieden. Das Recht zu betteln fällt unter das Recht auf freie Meinungsäußerung – ein zentrales Grundrecht in jeder Demokratie. Trotzdem hat sich der Stadtrat in Landeck mehrheitlich für ein Bettelverbot im Stadtzentrum ausgesprochen.

Armut bekämpfen statt Betteln verbieten
Betteln ist für die Betroffenen meist der letzte Ausweg und die einzige Möglichkeit zur Selbsthilfe. Eine Gabe an bettelnde Menschen kann daher ein wertvoller und notwendiger Beitrag zur Überbrückung ihrer Notlage sein. Letztlich steht es allen Menschen offen, Mitmenschen, die auf Hilfe angewiesen sind, zu unterstützen. Bettelverbote lösen jedoch keine Probleme. Durch Geld- und Ersatzfreiheitsstrafen verschlimmert sich die Situation von armutsbetroffenen Menschen. Sie werden aus bestimmten Stadtgebieten verdrängt. Armut und damit der Grund des Bettelns bleibt bestehen.

Gegen Bettelverbote in Landeck und anderswo
Mit dieser Aktion wollen wir ein Zeichen gegen eine Politik der Vertreibung setzen sowie zu einem respektvollen und solidarischen Umgang mit bettelnden Menschen aufrufen. Wir fordern einen öffentlichen Raum, welcher für alle nutzbar und zugänglich ist sowie eine zukunftsorientierte, an den Grundrechten orientierte Praxis, welche sich gegen Verbote und soziale Ausgrenzung richtet. In einer Stadt, in der Menschen aufgrund von Armut zum Störfaktor und Missstand erklärt werden, wollen wir nicht leben.

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