Wie wird man eine „Bettelmafia“?

bettler1Stellen Sie sich vor, Sie gehören zu jenen vier Millionen RumänInnen, die in den letzten Jahren ihre Arbeit verloren haben. Die Sozialhilfe, die Sie erhalten, beträgt 50 Euro plus 20 Euro für Ihre beiden Kinder. Sie wissen nicht, wie Sie damit über die Runden kommen. Zum Glück schickt Ihre Schwester Ihnen manchmal via Moneygram etwas Geld. Ihre Schwester ist in Wien und bettelt. Endlich erfahren Sie, dass die Familie Ihrer Schwester eine eigene Wohnung gefunden hat. Sie können nachkommen.

Ihre Schwester schickt Geld und Sie fahren mit dem Sammeltaxi, das zwischen Wien und Ihrer Heimatstadt Pitesti verkehrt, nach Wien. Weiterlesen

Nächstes Rechtshilfetreffen am 20. Jänner 19 h im Amerlinghaus

Einladung_Amerling_2014.inddDie Rechtshilfetreffen der BettelLobbyWien im Herbst 2013 waren ein großer Erfolg. Etwa 70 BettlerInnen, StraßenzeitungsverkäuferInnen und UnterstützerInnen kamen jedes Mal ins Amerlinghaus und diskutierten über Probleme und Schwierigkeiten auf Wiens Straßen. Unser Jurist half bei den Einsprüchen der Strafverfügungen, die die Leute mitbrachten und wir konnten bereits einen UVS Spruch erwirken, wonach Betteln im U-Bahnbereich nicht nach dem Eisenbahngesetz bestraft werden darf.
Die Treffen werden also auch im Jahr 2014 fortgesetzt. Der erste Termin ist der 20. Jänner um 19 Uhr. Weitere Termine jeweils Montag um 19 Uhr am 17.2., 17.3., 28.4., 19.5., 16.6.
Findet hier die mehrsprachige Einladung: Rechtshilfetreffen Amerlinghaus.
ÜbersetzerInnen (ung. rum. bulg) sorgen stets für barrierefreie Kommunikation. Beim gemeinsamen Essen gibt es die Möglichkeit zum Plaudern und Kennenlernen. Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung für das Catering dieser Abende. Mail to: bettellobbywien@gmx.at

KOMMT WIEDER ZAHLREICH! KÄMPFEN WIR GEMEINSAM GEGEN BETTELVERBOTE UND DIE VERTREIBUNG ARMUTSBETROFFENER AUS DEM ÖFFENTLICHEN RAUM. DIE STADT GEHÖRT UNS!

Wegen Hunger ins Gefängnis

IMGA0398Ins Gefängnis musste eine Bulgarin, weil sie in Wien mit den Worten „Bitte Brot, habe Hunger“ bettelte. Obwohl der österreichische Verfassungsgerichtshof 2012 festgestellt hat, dass Betteln ein Menschenrecht ist und es nicht verboten werden darf,  sitzt Frau Kostova*, Mutter dreier Kinder, nun bis 9. Jänner im Gefängnis Rossauerlände. Denn laut Polizeiauffassung werden Frau Kostovas Worte „Bitte Brot, habe Hunger“ bereits als so genanntes „aufdringliches“ Betteln gewertet, wofür mensch in Wien bis zu 700 Euro Strafe ausfassen kann. Um solche und ähnliche absurde Strafen zu beeinspruchen hat die BettelLobbyWien nun einen monatlichen Jour Fixe eingerichtet, wo wir Rechtsberatung anbieten. Die Termine für 2014 sind  jeweils am  Montag um 19 Uhr im Amerlinghaus Wien und zwar am:

20.1.
17.2.
17.3.
28.4.
19.5.
16.6.
Wir haben bulgarisch, rumänisch und fallweise ungarisch sprechende ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die bei der Übersetzung helfen.
(* Name geändert)

PROTESTAKTION GEGEN BETTELVERBOTE IN TIROL

Armut bekämpfen, statt Betteln kriminalisieren!
 Sa, 9.11.2013 – 11.00 Uhr – Annasäule, Maria-Theresienstraße, Innsbruck
Diese Woche sollen im Tiroler Landtag neue Bettel-Verbotsbestimmungen beschlossen werden. Statt das generelle Verbot nach Jahrzehnten endlich ersatzlos abzuschaffen, wird Betteln weiterhin durch das Landes-Polizeigesetz in (un)bestimmter Weise unter Strafe gestellt. Dieser fragwürdige Umgang mit dem Thema Armut grenzt aus: Im Namen öffentlicher Sicherheit und Ordnung werden vielfach armutsbetroffene Menschen kriminalisiert, aus dem öffentlichen Raum verdrängt und aus dem Blickfeld der Gesellschaft verbannt.
Mit dieser Protestaktion wollen wir ein Zeichen gegen diesen untragbaren Umgang mit Armut setzen und die Rechte von bettelnden Menschen sichtbar machen: Wir fordern ein Ende dieser Politik der Ausgrenzung, die ersatzlose Abschaffung von Bettelverboten und einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich und nutzbar ist.
Die Bettellobby Tirol lädt euch/Sie ein, möglichst zahlreich zu kommen und diese Aktion (gerne auch mit Transparenten & Ähnlichem) zu unterstützen. Wir wollen zeigen, dass Betteln kein Thema von Einzelnen ist, sondern dass wir uns gemeinsam gegen die Kriminalisierung von armutsbetroffenen Menschen wehren und damit vehemt gegen Vertreibungsmaßnahmen auftreten. Wichtig ist, dass sich möglichst viele Menschen solidarisch zeigen, daher bitten wir euch/Sie, diese Mail an viele potentielle Unterstützer_innen weiterzuleiten.
Kämpfen wir gemeinsam gegen Bettelverbote, Rassismus und die Vertreibung von armutsbetroffenen Menschen aus dem öffentlichen Raum.
DIE STADT GEHÖRT UNS ALLEN!

Das nächste Meet, Greet & Eat Treffen für Bettler_innen, Straßenzeitungsverkäufer_innen und Unterstützer_innen: am 21.10. um 19 Uhr im Amerlinghaus

Einladung_Amerling_03.inddDas Auftakttreffen am 23.9.2013 war ein Riesenerfolg: etwa 70 BettlerInnen, StraßenzeitungsverkäuferInnen und UnterstützerInnen kamen ins Amerlinghaus und diskutierten über Probleme und Schwierigkeiten auf Wiens Straßen. Ein Jurist half bei Einsprüchen gegen Strafverfügungen, ÜbersetzerInnen sorgten für barrierefreie Kommunikation. Beim gemeinsamen Essen gab es dann die Möglichkeit zum Plaudern und Kennenlernen.

DAS NÄCHSTE TREFFEN IST AM MONTAG 21.10.2013 IM AMERLINGHAUS. BEGINN: 19 UHR. KOMMT WIEDER ZAHLREICH! KÄMPFEN WIR GEMEINSAM GEGEN BETTELVERBOTE UND DIE VERTREIBUNG ARMUTSBETROFFENER AUS DEM ÖFFENTLICHEN RAUM. DIE STADT GEHÖRT UNS!

Findet hier (https://bettellobbywien.wordpress.com) die mehrsprachigen Ankündigungen.

Das nächste Meet, Greet & Eat Treffen für Bettler_innen, Straßenzeitungsverkäufer_innen und Unterstützer_innen: Am 21.10. um 19 Uhr im Amerlinghaus

Einladung_Amerling_03.inddUnser Auftakttreffen am 23.9.2013 im Rahmen der Wienwoche 2013 war ein Riesenerfolg: etwa 70 BettlerInnen, StraßenzeitungsverkäuferInnen und UnterstützerInnen kamen ins Amerlinghaus und diskutierten über das tägliche Leben auf Wiens Straßen. Ein Jurist stand für persönliche Rechtsberatung zur Verügung, die viele nutzten. Beim gemeinsamen Essen gab es dann noch  Möglichkeit des persönlichen Austausches.

DAS NÄCHSTE TREFFEN IST AM MONTAG 21.10.2013 IM AMERLINGHAUS. BEGINN: 19 Uhr. Findet hier die mehrsprachigen Ankündigungen:

Viele der RumänInnen und BulgarInnen fragten nach einem kostenlosen Deutschkurs:  Ab Oktober findet im Amerlinghaus ein Deutschkurs, organisiert von der Dessi Wien, statt. Findet hier den Link zu den Terminen  bzw. werden auch noch DeutschlehrerInnen gesucht.

Drakonische Strafen für BettlerInnen in Wien, obwohl Betteln laut VFGH erlaubt ist.

Menschen dürfen andere Menschen an öffentlichen Orten auf ihre Notlage aufmerksam machen und sie um Hilfe bitten, hielt der Verfassungsgerichtshof 2012 ausdrücklich fest. Trotzdem wird Betteln in Wien heute hart bestraft: Das Strafausmaß beträgt oft mehrere hundert Euro oder mehrere hundert Stunden Ersatzfreiheitsstrafe. Wofür man sich beim Betteln strafbar macht, lesen und staunen sie!

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Strafverfügung 8 "gewerbsmäßiges" Betteln

Strafverfügung 8 „gewerbsmäßiges“ Betteln

 

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Einige der hier bestraften BettlerInnen kennt die BettelLobby persönlich, etwa die Dame in der Rotenturmstraße, die zusammengekauert in einer Nische hockt um dort zu betteln. Sie war außer sich, als sie in der Strafverfügung las, sie hätte den Fußgängerverkehr behindert und die PassantInnen aufs Gröbste angepöbelt. Egal wie mensch auf der Straße steht oder sitzt, es ist kaum möglich das Recht zu betteln auszuüben. Ab 23. September veranstaltet die BettelLobby monatlich Treffen im Amerlinghaus.   BettlerInnen und UnterstützerInnen erfahren, wie Strafverfügungen beeinsprucht werden kann, welche Rechte mensch beim Betteln in Wien hat, etc. Abgesehen davon wollen wir bei gemütlichem Zusammensein Erfahrungen austauschen und uns gemeinsam politisieren: Das Recht auf Betteln ist ein Grundrecht, gemeinsam können wir es verteidigen.
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Termine für das Treffen:
23.Sept.2013  19 Uhr, Amerlinghaus, Zugang barrierefrei
21.Okt.2013
18.Nov.2013
16.Dez. 2013

TERMINAVISO: BettelLobby und Praterkasperl präsentieren „Betteln-ist-erlaubt“-Broschüre

Einfaches CMYKBettelLobby präsentiert „Betteln-ist-erlaubt“-Broschüre

Fototermin „(K)ein Kasperltheater“ mit Original Wiener Praterkasperl vor Landespolizeidirektion

In den letzten Monaten haben sich zahlreiche Wienerinnen und Wiener an die Bettellobby gewendet.  Sie sind verärgert über das drakonische Vorgehen der Wiener Polizei gegen Bettler/innen – und wollen Antworten. Darf die Polizei den Bettler/innen tatsächlich ihr Einkommen wegnehmen? Darf Zeitungsverkauf wirklich bestraft werden? Wie kann ich Bettler/innen unterstützen, sich gegen willkürliche Beamtshandlung zu wehren? (Foto: Marlene Rahmann)

Im Rahmen von WIENWOCHE präsentieren die BettelLobby und Statt Wien die druckfrische „Betteln-ist-erlaubt“-Broschüre mit vielen Antworten für Bettler/innen und Gebende. Nachdem letztes Jahr ihr Bettelbeauftragter für Aufregung sorgte, setzt man heuer auf Bettelbeauftragten-Mainstreaming. Die BettelLobby:  „Mit der Broschüre informieren wir Bettler/innen über ihre Rechte. Außerdem ermuntern wir Wiener/innen, sich die Anliegen der Bettler/innen als Auftrag zu nehmen. Schaffen wir zwei, drei, viele Bettelbeauftragte.“

Beispiele für Zuschriften sowie willkürlicher Bescheide finden sich auf der Website der BettelLobby: https://bettellobbywien.wordpress.com/

Foto- und Filmtermin:

Wann: Freitag, den 13. September 2013, 10 Uhr

Wo: Landespolizeidirektion Wien, Schottenring 7-9, 1010 Wien Weiterlesen

Hochburg der „Bettelmafia“?

gumpendorferstraßeEs gibt viele solcher Häuser in Wien: abbröckelnder Putz, feuchte Mauern, Sperrmüll im Innenhof. Warum ein Haus in der Wiener Gumpendorferstraße von 200 Polizei- und MagistratsbeamtInnen gestürmt wurde, hat wohl andere Ursachen: Hier wohnen auch ZeitungsverkäuferInnen und Flüchtlinge. Weil einige der BewohnerInnen auch schon mal bettelten und noch dazu aus Rumänien stammen, wurden sie von BehördensprecherInnen in den Medien als „Bettelbanden“ diffamiert. (Die rumänische Übersetzung finden Sie hier.)

Ein Lokalaugenschein der BettelLobbyWien. 

Foto: Von Behörden und Medien als „Bettelmafia“ diffamiert: BewohnerInnen eines Hauses im 6. Bezirk.

Schon vor Weihnachten bezeichnete die Krone das Haus in der Gumpendorferstraße als „Hochburg der Bettelmafia“ und provozierte damit  rassistische Postings. Auch ÖVP Sicherheitssprecher Wolfgang Ulm fühlte sich auf den Plan gerufen: „Die Behörden müssen endlich handeln!“ forderte er unisono mit der Kronenzeitung. Weiterlesen

9. März 2012 9:30 – Aktion gegen Bettelverbote vorm VfGH Wien 1, Judenplatz

Liebe FreundInnen und UnterstützerInnen der BettelLobbyWien!

Liebe Interessierte!

Seit 27. Februar 2012 behandelt der Verfassungsgerichtshof die Verfassungsklagen gegen die Bettelverbote in Wien und Oberösterreich. Eine Verhandlung zum oberösterreichischen Bettelverbot am Freitag, den 9. März, wird öffentlich sein und findet um 10:30 Uhr im Großen Verhandlungssaal, im VfGH, Judenplatz 11, 1010 Wien statt.

Die BettelLobby will diesen Anlass nutzen, um öffentlichkeitswirksam auf die Dimensionen der Problematik aufmerksam zu machen und unsere Forderung nach Abschaffung aller Bettelverbote zu unterstreichen.

Wir laden euch/Sie ein, möglichst zahlreich zu kommen und diese Aktion zu unterstützen. Wir wollen zeigen, dass das Betteln kein Thema von Einzelnen ist, sondern dass wir uns gemeinsam gegen die Kriminalisierung von BettlerInnen wehren und damit vehement gegen die stärker werdende Gleichgültigkeit gegenüber Menschenrechtsverletzungen vor unserer Haustür auftreten.

Die Forderungen der BettelLobbyWien finden Sie/ ihr hier.

Wenn ihr/Sie also dieses Vorhaben unterstützen wollt/wollen, bitten wir euch/Sie

am 9.März um 9:30 Uhr  zum Judenplatz 

zu kommen und  ein Schild oder Transparent mit den Sprüchen

Ich will nicht betteln aber dürfen muss ich

und/oder

Armut bekämpfen, statt Betteln kriminalisieren

Auch Instrumente wie Trommeln oder auch eigene andere Aktionen sind willkommen. Wichtig ist, dass sich möglichst viele Menschen solidarisch zeigen, daher bitten wir euch /Sie, dieses Mail an möglichst viele potentielle UnterstützerInnen weiterzuleiten.

Da im Frühling auch die Rechtmäßigkeit der Bettelverbote in Wien, Kärnten, der Steiermark und Salzburg verhandelt werden, sehen wir diese Veranstaltung als Auftakt unserer Aktionen gegen Bettelverbote und hoffen auf breite Vernetzung und konzertierte Aktionen mit AktivistInnen aus den Bundesländern. Wir bitten Euch/Sie also um Rückmeldungen, Ideen und weitere Vernetzung! Weiterlesen