Rechtshilfetreffen der BettelLobbyWien – Termine 2017/2018

Brosch-RUJeweils Montag 19 Uhr im Amerlinghaus 1070 Stiftgasse 8, Galerie

18.9.2017
16.10.2017
20.11.2017
18.12.2017

15.1.2018
19.2.2018
19.3.2018
16.4.2018
21.5.2018
18.6.2018


BETTELN IST ERLAUBT.

Seit 2013 gibt es einmal monatlich ein Rechtshilfetreffen für BettlerInnen und StraßenzeitungsverkäuferInnen im Amerlinghaus Wien. Wir haben bisher bereits hundert Strafverfügungen wegen Bettelns beeinsprucht, 80% der Einsprüche wurde bislang statt gegeben!

Eingeladen sind BettlerInnen und UnterstützerInnen. Bitte alle Unterlagen zu den Strafen zum Rechtshilfetreffen mitnehmen. Wir sprechen auch Bulgarisch und Rumänisch, auf Anfrage auch Ungarisch. Es gibt Kinderbetreuung und auch einen kleinen Imbiss und Plauderei.

Unsere Rechthilfenummer: 0660 3959747

Offener Brief an die Redaktion des BR zum Tatort „Klingelingeling“ vom 26.12.16 um 20:15 ARD

 

Offener Brief an die Redaktion des BR zum Tatort “Klingelingeling” vom  26.12.2016  um 20:15 in der ARD

Wir verurteilen die Diffamierung von bettelnden Menschen!

Sehr geehrte Frau Heckner, sehr geehrte Frau Golch, sehr geehrter Herr Mühlfellner,

AktivistInnen der Bettellobbies Österreich1 haben gestern wie fast 7 Millionen weitere Zuschauer den Tatort „Klingelingeling“ gesehen. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit dem Thema Betteln in Österreich und stehen in direktem Kontakt zu vielen BettlerInnen. Wir unterstützen bettelnde Menschen in rechtlichen Belangen,  konkret beeinspruchen wir diverse Strafverfügungen (Allgemeinverfügungen) mit sehr guten Erfolgen, schreiben zum Teil die sogenannten Bettelschilder, begleiten die Menschen als Vertrauenspersonen zur Polizei oder zum Gericht und decken Behördenwillkür auf. Außerdem sammeln wir Informationen über die Situation der BettlerInnen, bereiten diese auf und geben sie in Workshops und Vorträgen weiter.
UND wir kämpfen gegen Vorurteile, falsche Medienberichte und rassistische Hetze. Letzteres veranlasst uns dazu, uns in einem offenen Brief an Sie zu wenden.
Im Tatort vom 26.12. wird geschätzt 20 mal das Wort Bettelmafia verwendet. Auch die gesamte Darstellung lässt keinen Zweifel daran, dass eine solche existiert bzw. legt  nahe, dass zumindest ein Großteil der Personen, die dem Betteln nachgehen, dies nicht aus freien Stücken tun und über Erbetteltes auch nicht persönlich verfügen dürfen.
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Gibt es eigentlich die so genannten „organisierten Bettelbanden“?

IMGA0331„Konnten kriminelle Strukturen in Österreich nachgewiesen werden?

Sind eigentlich alle Bettler Roma?“

Das sind häufig gestellte Fragen an die BettelLobbyWien.

Hier unsere Antwort:

Der Begriff „organisierte Bande“ dient in erster Linie der Diffamierung von bettelnden Menschen, die in Gruppen oder in Familien unterwegs sind. „Organisiert“ sind sie so, wie andere Menschen auch „organisiert“ sind: sie kennen sich, kommunizieren miteinander, bilden Fahr- und Wohngemeinschaften etc. Diese normalen sozialen Interaktionen sind in Österreich jedoch bereits strafbar, weil die Regelungen zum „Betteln als Teil einer organisierten Gruppe“ oder zum „Organiseren von Bettelei“ so weit ausgelegt werden können, dass jede soziale Interaktion (auch ein Sichtkontakt) ausreicht, um den Tatbestand zu erfüllen. Weiterlesen

Die Anderen der Mozartstadt, BA-Arbeit von Danyal Maneka

Osterputz

Danyal Maneka untersucht in seiner politikwissenschaftlichen Arbeit die Rolle rassistischer Bedeutungskonstruktion im Salzburger Printmediendiskurs vor dem Beschluss des sektoralen Bettelverbots. Er legt damit eine lesenwerte Analyse medialer Strategien vor, die wesentlich zur repressiven Politik gegen Bettler_innen beiträgt. Betteln_Mediendiskurse_Salzburg2016_BAC arbeit

Eine Geschichte über alltäglichen Antiziganismus. Die Geschichte von Liviu.

Wie wichtig das Aufdecken von Rassismus, Antiziganismus und Stereotypisierung ist, zeigt die folgende Geschichte von Herrn Liviu.

Liviu und seine Frau Ana reisten gemeinsam mit ihren drei Kindern von Rumänien nach Wien, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, frei von Diskriminierung und Ausgrenzung. Liviu und seine Familie sind Rudari, ethnische Roma.

Bis Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts wurden die Rudari  in Siebenbürgen als Sklaven im Bergbau und als Goldwäscher ausgebeutet. Das Ende der Sklaverei in Rumänien 1855/56 brachte jedoch nicht die lang ersehnte Freiheit und Unabhängigkeit. Zwar entkamen die Rudari ihrem Dasein als Sklaven, doch aufgrund der mangelnden Perspektiven gerieten viele rasch wieder in Abhängigkeiten ihrer alten Arbeitgeber. Andere kehrten, um der „neuen Sklaverei“ zu entkommen, Rumänien für immer den Rücken. Heute leben sie weit verstreut in vielen Ländern Südosteuropas. Die meisten Rudari werden von der Mehrheitsbevölkerung ihrer Herkunftsländer als „Zigeuner“ diskriminiert und ausgegrenzt. Das bedeutet, ihnen wird systematisch der Zugang zu Kindergärten, Schulen, Gesundheitsversorgung und Arbeitsmarkt verwehrt. Weiterlesen

Kieberei, was geht?! Interventionen gegen Polizeikontrollen, Mi. 02.03.2016, 19.00 Uhr

Einfaches CMYKPolizeikontrollen im öffentlichen Raum sind für viele Menschen Alltag – Bettler*innen, (vermeindliche) Dealer und andere werden tägliche schikaniert. Versuche sich in solchen Situationen hilfreich und solidarisch zu zeigen, enden oft eher frustrierend. Wir wollen gemeinsam diskutieren was für Strategien es gibt, um Kontrollen zu verhindern, zu beenden und Betroffene zu unterstützen.
Zuerst unterstützt uns die Bettellobby mit rechtlichen Informationen: was darf ich, als Zeugin einer Kontrolle, was kann mir vorgeworfen werden, was können Konsequenzen sein? Dann wollen wir sammeln, was es für Ideen gibt: von kreativen Interventionen über aktivistischen Strategien und anderen Projekten, die der Kieberei das Leben schwer machen.
Wann? Mittwoch, 02.03.2016, 19.00 Uhr
Wo? W23, Wipplingerstrasse 23, 1010 Wien
 
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr
geoeffnet von 17:30-23:00 Uhr   

 

WEIHNACHTEN 2015


Weihnachtsbrief7Huch, endlich draußen an der frischen Luft. Zulange bin ich schon im Geschäft gestanden und niemand wollte mich haben. Aber heute kamen zwei Damen und wählten doch glatt mich aus.

Nun rolle ich – mit stolz geschwellter Rückenlehne – am Gehsteig – getunt mit einer kuscheligen Babywanne und mit einem ultracoolen Buggyboard. Jetzt weiß ich es sicher: Ich bin zu Großem berufen! Weiterlesen

Rechtshilfetreffen Wien Termine 2017

BettelLobby Flugblatt1:16jeweils Montag 19 Uhr, im Amerlinghaus, 1070 Stiftgasse 8
20.2
20.3
24.4
15.5
19.6
BETTELN IST ERLAUBT.

Seit 2013 gibt es einmal monatlich ein Rechtshilfetreffen für BettlerInnen und StraßenzeitungsverkäuferInnen im Amerlinghaus Wien. Wir haben bereits viele Strafverfügungen wegen Bettelns beeinsprucht, 80% der Einsprüche wurde bislang statt gegeben!

Eingeladen sind BettlerInnen und UnterstützerInnen. Bitte alle Unterlagen zu den Strafen zum Rechtshilfetreffen mitnehmen. Wir sprechen auch Bulgarisch und Rumänisch, auf Anfrage auch Ungarisch. Es gibt Kinderbetreuung und auch einen kleinen Imbiss und Plauderei.

Unsere Rechthilfenummer: 0660 3959747

Natasha – Filmporträt einer bulgarischen Bettlerin jetzt gratis streamen

Natashaals online-Film-des-Monats Dezember auf flimmit.com
Ab Freitag 4.12. bis einschließlich 31.12.2015 kann man Ulli Gladiks Portraitfilm Natasha als gratis-stream auf flimmit.com ansehen.
Ulli Gladik hat Natasha beim Betteln in Graz kennen gelernt und sie nach vielen Gesprächen in ihre Heimatstadt Bresnik, einen ehemaligen Industriestandort in der Nähe von Sofia, begleitet. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren besucht sie, Kamerafrau und Regisseurin in Personalunion, Natasha in Bulgarien und Österreich und zeichnet das Leben der jungen Frau auf: Weiterlesen

„Was wünscht du dir zu Weihnachten?“ – Familienfest der BettelLobbyWien

Familienfest1 Die BettelLobbyWien erfüllt dieses Jahr zu Weihnachten den Kindern von Eltern, die aus Not betteln oder Straßenzeitung verkaufen müssen, Weihnachtswünsche. Von Martina Kempf-Giefing

Auf dem Weg zum Familienfest, das die BettelLobbyWien vier Mal im Jahr organisiert, war ich schon sehr gespannt, welche Wünsche die Kinder äußern würden, denn diesmal war einer der „Programmpunkte“ das Erfragen der Weihnachtswünsche. Spannend auch deshalb, denn die Frage danach was sich jemand wünscht, zeigt auch, welchen Mangel die Person gerade erfährt. Ich dachte darüber nach, dass es zum einen notwendige Wünsche gibt, die das Überleben sichern. Dazu gehören Nahrung, Medizin, ein Zuhause aber auch Kleidung. Diese entsprechen den menschlichen Grundbedürfnissen, und in meinem Verständnis ist es die Aufgabe unserer Gesellschaft diese Wünsche immer zu befrieden. Zum anderen gibt es Wünsche, die darüber hinausgehen und ein anderes Bedürfnis stillen, nämlich das Gefühl zu bekommen, geliebt und geachtet zu werden, der Wunsch, dass jemand an einen denkt.

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