550 Euro oder 7 Tage Haft

Wegen aufdringlicher und organisierter Bettelei und Übertretung der Straßenverkehrsordnung wurden vor kurzem zwei junge Männer bestraft. Weil sie „zwischen den anhaltenden Autos umhergingen und zu dritt in Bettelabsicht an die Scheiben klopften“ und  „als Fußgänger zwischen den Autos auf dem Fahrstreifen gegangen“ sind. Strafhöhe je 550 Euro oder 7 Tage Ersatzfreiheitsstrafe:

„Wir fuhren mit der Straßenbahn 6, als wir bei der Station Gumpendorferstraße ausstiegen, wurden wir von Polizisten angehalten, die unsere Ausweise kontrollierten. Wir mussten uns mit erhobenen Händen zur Wand stellen und in dieser Stellung warten (gefühlte 2 Stunden). Wir bekamen dann die Strafen ausgehändigt. Wir haben nicht gebettelt, waren auch nicht auf die Straße gegangen, hatten nicht an die Scheiben geklopft, wir waren lediglich aus der Straßenbahn ausgestiegen. Wahrscheinlich hat die Polizei aufgrund unserer schlechten Kleidung angenommen, dass wir betteln würden. Aber wir haben dort weder an diesem noch an anderen Tagen gebettelt. Wir betteln, aber nicht auf diese Art und an diesem Ort hatten wir auch noch nie gebettelt. Beim Aussteigen beobachteten wir, dass die Polizei einen jungen Mann, den wir kennen, gerade anhielt. Die Polizei ging anscheinend davon aus, dass wir an diesem Ort zu dritt betteln, in dem wir an Autoscheiben klopfen. Doch das war nicht so. Wir kennen den anderen jungen Mann, weil er aus unserem Dorf ist, haben aber nicht mit ihm gemeinsam gebettelt. Er war schon dort und wir kamen gerade an. Wir haben auch nicht gesehen, ob und wie er dort bettelte. Die Polizei hielt uns recht lange am Ort fest, wir mussten mit erhobenen Händen und Kopf zur Wand lange stehen, durften nicht reden und wurden angebrüllt. Wir hatten große Angst. Wir wussten nicht, was mit uns passiert. Mir zitterten die Knie. Es kam kein Dolmetsch, wir mussten dann die Strafverfügungen unterschreiben und man sagte uns wir sollen abhauen.“

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