Solischlafen im Wiener Stadtpark, Presseaussendung

IMG_2958Tag der Arbeit. Tag der Arbeitslosigkeit. Tag der Obdachlosigkeit.
500 Obdachlose in Wien auf der Straße – Solischlafen im Stadtpark wird weiter gehen

„Trotz Regen kamen gestern 150 Menschen zur Solischlafaktion in den  Stadtpark, brachten Schlafsäcke und Essen vorbei“, resümieren MenschenrechtsaktivistInnen und SozialarbeiterInnen anlässlich der  gestrigen Solidarität- und Übernachtungsaktion im Stadtpark. „Wir  wollen nicht in einer Stadt leben, wo obdachlose Menschen nicht einmal  einen Notschlafplatz bekommen,“ so der Tenor der Teilnehmenden.gruppe

Am 30. April schlossen in Wien die Winternotquartiere und ca. 500  Menschen verloren somit ihren Schlafplatz. Viele von ihnen werden die  Nächte fortan im Freien verbringen müssen, wo sie aber jederzeit mit  einer Bestrafung rechnen müssen. Denn die Kampierverordnung aus dem  Jahr 1985 bestraft für „das Auflegen und Benützen von Schlafsäcken” an  öffentlichen Orten mit bis zu EUR 700. Diese Verordnung wurde bereits  oft dazu herangezogen, um obdachlose Menschen zu bestrafen und zu  vertreiben. Heute Nacht traf es nur einen Aktivisten, der etwas  abseits  der anderen geschlafen hat, doch wie viele Obdachlose werden  morgen bestraft?

Betroffene berichten
Ca. 25 solidarische Menschen schliefen gestern mit den Obdachlosen im  Stadtpark und bekamen eine Vorstellung davon, was es bedeutet, bei  Regen und Kälte im Freien übernachten zu müssen. Besonders  beeindruckend waren auch die Lebensgeschichten, die die Obdachlosen  erzählten. Eine arbeitslose Produktionsassistentin berichtete, dass  ihre einzige Möglichkeit nicht auf der Straße zu schlafen, jene ist,  dass sie einem Bekannten seine sexuellen Wünsche erfüllt. Sehr  betroffen machte auch die Situation einer jungen Frau, die als  Rollstuhlfahrerin mit ihrem Freund vor zwei Wochen zwar eine Unterkunft bekam, diese aufgrund des Auslaufens des Winterpakets nun  trotz ihrer schweren körperlichen Beeinträchtigung aber wieder verlor.
Ein junger Mann, der seit zwei Jahren obdachlos ist, meinte, dass das  Leben im Winter einfacher wäre, denn das restliche Jahr müsse man  stets  vor der Polizei auf der Hut sein. Eine Sozialarbeiterin  berichtete, wie unerträglich sie die letzten Tage empfand, als sie  statt einem Schlafplatz im Warmen, den Betroffenen nur noch  Schlafsäcke anbieten durfte.
Obdachlos sein, trotz regelmäßiger Erwerbsarbeit, ist in Wien im  21.Jahrhundert ebenfalls keine Seltenheit. Auch von Formen des  Bettgehertums wurde berichtet.

IMG_2948Die Forderungen von SOLISCHLAFEN lauten daher:

– Armut bekämpfen statt Arme vertreiben!
– Mehr Notquartiere – und diese auch im Sommer öffnen!
– Abschaffung der Kampierverordnung
– Leistbares Wohnen für alle
– Öffentliche Finanzierung von Übergangswohnen und Projekte wie  „Housing First“ auch für obdachlose Nicht-WienerInnen öffnen!

Das Fazit ist:
Wir machen weiter. Denn Wohnen ist ein Grundrecht.

Zu Solischlafen aufgerufen haben MenschenrechtsaktivistInnen,  SozialarbeiterInnen, BettelLobbyWien, das Neunerhaus, der Augustin.  Unterstützt wurde die Aktion von Birgit Hebein, Sozialsprecherin der  Wiener Grünen, Susanne Pöchacker, Kabarettistin, Gerald Fleischhacker,  Kabarettist, Marianne Kohn, Inhaberin der Loos Bar, Marina Watteck,  Autorin, Rupert Henning, Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor.
Und als Überraschung brachte Haubenkoch Heinz Reitbauer vom Steirereck  eine Suppe vorbei.

Rückfragen: wien@bettellobby.at

Link Solischlafen

wohnenisteinmenschenrecht

Ein Kommentar zu “Solischlafen im Wiener Stadtpark, Presseaussendung

  1. BITTE INFORMIERT MICH VON AKTIONEN !!
    Ich komme gerne – koche und unterstütze euch !!!
    Bei wäre es auch fast passiert !!!
    SCHULD WAR NICHT ICH SONDERN DER STAAT !!!
    wenn ihr einen Ghost writer habt kann er meine Grschichte haben und der Gewinn soll zu 100% !!!!!!
    an Obdachlose und Kinder gehen !!!!
    Ich brauche nichts davon weil ich sonst Steuer an unseren widerwärtigen Staat zahle.
    Bleibt stark wehrt euch und haltet zusammen !!

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