Protestbrief zum Kommentar von RAU zu „Roma“ im Standard am 6.2.2015

Folgender Brief an die Standard-Redaktion wurde der BettelLobbyWien Verfügung gestellt. Er bezieht sich auf das Kommentar von RAU unter der Überschrift „Roma“ im Einserkasl des Standard am 6.2.2015,
Herzlichen Dank an die Verfasserin!

Guten Tag,
ich bin zutiefst schockierst, wie tief der Standard gesunken ist!
Es geht um das „Einserkastel“ am 6.2.2015 von RAU zum Thema Roma:
Es geht um den Satz: „Die Bettler aus Südeuropa, oft Roma, meist von kriminellen Organisationen ausgebeutet, werden geduldet“.
Das „meist von kriminellen Organisationen ausgebeutet“ widerspricht jeglicher Empirie! (Falls sie Beweise haben, die mir nicht bekannt sind, bitte ich Sie, diese darzulegen!)
Die sogenannte „Bettelmafia“ ist eine Erfindung der Medien, die von der Polizei gestützt wird. Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass „viele“ Bettler_innen ausgebeutet werden! (Das hat selbst der Zuständige für Menschenhandel bei der Wiener Polizei, Hr. Tanzgern, in der Diskussion Im Zentrum zugegeben.) Viel zahlreicher sind die Hinweise dafür, dass sich Bettler_innen untereinander organisieren, um sich gegenseitig vor Willkür der Polizei und dem Rassismus von Passant_innen zu schützen my site.

Es ist unglaublich, dass solche zutiefst schädlichen Mythen in der Zeitung wie dem Standard auf der ersten Seite abgedruckt werden! Gibt es keine Chefredaktion, die solcher Unfundiertheit stoppt?
Die Aussage ist nicht nur unfundiert, sondern leistet einer neuen Form des Rassismus Vorschub – und das in einem Artikel, der auf den ersten Blick Rassismus kritisiert.
Die „Bettelmafia“ ist ein sehr bequemes Konstrukt, um sich wieder einmal aus der sozialen Verantwortung gegenüber benachteiligten Bevölkerungsgruppen und vor gleichen Rechten für alle im öffentlichen Raum zu drücken!

Ich fordere Sie auf, umgehend eine Richtigstellung und Entschuldigung im „Einserkastel“ zu veröffentlichen und lege Ihnen nahe in einer differnzierten Reportage mit dem Mythos der Bettelmafia aufzuräumen.

Wenn Sie Informationen dazu benötigen, dann wenden Sie sich bitte an Expert_innen wie die „Bettellobby Wien“.
https://bettellobbywien.wordpress.com/2014/12/15/journalisten-mafia-weihnachtsoffensive/

Ich erwarte Ihre Rückmeldung!
Mfg

5 Kommentare zu “Protestbrief zum Kommentar von RAU zu „Roma“ im Standard am 6.2.2015

  1. Habe zudiesem Kasterl einen Mail-Leserbrief an Rauscher, Chefredaktion und Leserbriefabteilung geschickt, würde euch gerne den Mail-wechsel zukommen lassen (habe erst heute Antwort bekommen)
    LG, Ingrid Gruber

  2. In Österreich braucht kein Mensch betteln. Wir sind laut den Politikern so ein reiches Land. Ist Jemand arm, gibt es genug Hilfe. Ich war auch in der Situation, das ich nicht einmal das Geld für einen Bim-Fahrschein hatte. Mir wäre NIE im Leben eingefallen zu betteln, das hätte ich mir gegenüber meinen Mitmenschen gar nicht getraut. Was dann die ganzen Schauspieler tun, damit bin ich nicht einverstanden. übrigens: jedem Bettler sein Handy. Hab ich kein Geld, dann kann ich mir keines kaufen.

    • Österreich ist tatsächlich eines der reichsten Länder der Welt. Trotzdem leben hier Menschen, die weder Zugang zu Sozialleistungen haben noch eine Arbeit finden können. Auch für die BettlerInnen, die zu unseren Rechtshilfetreffen kommen, ist es nicht leicht zu betteln. Betteln ist für sie aber oft die einzige Möglichkeit ihre Notlage zu überbrücken. Wir werden stets nach Arbeit gefragt, die wir leider auch nicht bieten können.
      Betteln ist ein Menschenrecht. Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben, andere auf seine/ihre Not hinzuweisen und um Unterstützung zu bitten. Deswegen tritt die BettelLobbyWien für die Abschaffung aller Bettelverbote ein.

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