„Aktion solidarisch“ für BettlerInnen: 16 Kriseninterventionen

bettlerInnenVor Weihnachten haben Behörde und Polizei eine begrüßenswerte „Aktion solidarisch“ für BettlerInnen auf Wiener Adventmärkten durchgeführt. Am Montag zog man Bilanz: Bei rund 50 Prozent der 115 armutsbetroffenen Personen gab es kurzfristige Unterstützungsmöglichkeiten, 16 brauchten eine Krisenintervention.
Zehn Tage habe die Adventaktion gedauert, sagte der Leiter des Büros für solidarische Sofortmaßnahmen, vor JournalistInnen. Krisenintervention war für jene Personen, die man in extrem prekären Situationen angetroffen habe, versicherte der leitende Sozialarbeiter. „Das geht von Aufenthalt bei Minustemperaturen ohne ausreichende Kleidung, über Nächtigen im Freien bis zum wiederholten Hungern aufgrund fehlender Finanzmittel“, erklärte er auf Nachfrage. H. ergänzte, dass man vor allem im Advent viele BürgerInnen-Informationen erhalten habe, dass BesucherInnen von Weihnachtsmärkten, Menschen in extremer Armut begegnen. Weiterlesen

Nachruf auf Herrn Jan, den Bettler von der Friedensbrücke.

Herr Jan auf der FriedensbrückeHerr Jan kam aus Rumänien nach Wien, in der Hoffnung sich mit Betteln seinen Traum zu erfüllen: ein eigenes Häuschen mit Gemüsegarten. Dort wollte er mit seiner Frau Viorica seinen Lebensabend verbringen.
Er saß jeden Tag, bei jedem Wetter, stoisch auf der Friedensbrücke. Er freute sich über jeden kleinen Beitrag und er wusste es zu schätzen, wenn ihm Menschen Geld gaben, die selber nicht sehr viel besitzen.
Herr Jan hat in Rumänien Theologie studiert und war bis zur Revolution 1989 als Lehrer tätig. Nach der Wende verlor er, wie viele andere seine Arbeit und war dann in einem Steinbruch tätig. Bei einem Arbeitsunfall verlor er sein Bein, an den Rollstuhl gebunden hatte er keine Chance mehr Arbeit zu finden. So beschloss er mit seiner Frau nach Wien zu gehen, um hier Geld zu verdienen. Er wollte jeden Cent für sein Häuschen und eine Beinprothese sparen, doch leider reichte das erbettelte Geld gerade zum Überleben.
Der stille Mann wusste viel zu erzählen, er liebte Literatur und klassische Musik und die Menschen, die jeden Tag an ihm vorüber gingen. Er wurde nicht müde von Wien und seinen BewohnerInnen zu schwärmen. Herr Jan meinte, er sei noch nirgendwo so herzlich aufgenommen worden wie hier. Er hat im Stillen dafür gekämpft, dass es seiner Familie gut geht und diese versorgt ist.

Seine Familie würde sich über eine Spende freuen, da sie Herrn Jans Wunsch erfüllen möchte, ihn in Rumänien zu beerdigen (Spendenkonto lautend auf “Goldenes Wiener Herz” – IBAN: AT63 1420 0200 1094 5837, BIC: EASYATW1 Kennwort Jan).
Die Gesamtkosten für Sterbeurkunde, Bestattungs- und Transportkosten und Fahrtkosten für Frau und Söhne sind voraussichtlich Euro 2600. Spendenstand vor 24 Stunden war 660 Euro.
Miglieder des Vereins “Goldenes Wiener Herz” und Herr Lewendel, ein privater Unterstützer der Familie, werden helfen, die Überstellung abzuwickeln.
Zitate von Herrn Lewendel:”Wenn nur einer in dieser Welt einem Anderen hilft, dann
wäre alles gut.”

Im Namen der Familie möchten wir uns bei all jenen bedanken, die Herrn Jan unterstützt und als Mensch wahrgenommen haben.
Jan, du wirst uns auf der Friedensbrücke fehlen! Die BettelLobbyWien

Jans Frau Viorica trauernd auf der Friedensbrücke.

Rechtshilfetreffen der BettelLobbyWien – Termine 2015

picto2Wir helfen BettlerInnen gegen Polizeistrafen Einspruch zu erheben.

Treffpunkt: Montag, 19.1. 19 Uhr Amerlinghaus Wien

“Expertenteams” nennen die Behörden die Polizeitruppen, die jetzt eingesetzt werden, damit die  Einkaufseuphorie nicht durch den Anblick von Armen gestört wird. Auch schon letztes Jahr wurden massenhaft Strafen ausgestellt und Menschen wegen Betteln ins Gefängnis gesteckt. Die Strafen sind meist rechtswidrig, willkürlich und übertrieben hart. Zudem werden die Leute von den Behörden beschimpft oder gezwungen, sich auszuziehen. Um Einzelfälle handelt es sich nicht. Wir haben im vergangenen Jahr mehrere dutzend rechtswidrige Strafen beeinsprucht und noch viele mehr gesehen, die schon rechtskräftig waren. Die BettelLobbyWien kämpft nun schon seit 2013 gegen diese rechtswidrige Praxis. Das nächste Rechtshilfetreffen findet am 19.1. um 19 Uhr im Amerlinghaus Wien statt.   Eingeladen sind BettlerInnen und UnterstützerInnen. Bitte alle Unterlagen zu den Strafen zum Rechtshilfetreffen mitnehmen. Wir sprechen auch Bulgarisch und Rumänisch. Es gibt Kinderbetreuung.

Und hier geht´s zu den mehrsprachigen Rechtshilfebroschüren.

Rechtshilfetermine 2015

jeweils Montag 19 Uhr, im Amerlinghaus, 1070, Stiftgasse 8

16.2
16.3
20.4
18.5
22.6

Mariahilfer Straße: Shoppen für die Reichen, U-Haft für die Armen

polizeiTäter ohne Opfer

Drei junge Männer, frisch in Wien, werden verhaftet – wegen versuchten Diebstahls? Wegen unübersehbarer Armut? Wegen behördlichem Rassismus? Niemand weiß es. Bericht eines Intermezzos im Shoppingparadies. (Von Martina Handler, erschienen im Augustin)

Drei junge Männer gehen die Mariahilfer Straße entlang, einer rempelt einen Entgegenkommenden an, greift ihm in die Jackeninnentasche. Ein paar Minuten später stoppen die drei einen Mann, der sein Rad schiebt. Der eine hält ihm die Hand entgegen, um ihn zum Stehen zu bringen, und verwickelt ihn in ein Gespräch, während die anderen ihm in den Fahrradkorb greifen und sich an einer darin liegenden Jacke zu schaffen machen. Weiterlesen

Österreichische BettelLobbys bekommen den Menschenrechtspreis der Liga für Menschenrechte verliehen

Der diesjähriPresseaussendungge Preis zur Wahrung und Erhaltung der Menschenrechte wird von der Österreichischen Liga für Menschenrechte an die österreichischen BettelLobbys verliehen, stellvertretend für alle Initiativen, die sich gegen Bettelverbote und für einen solidarischen und respektvollen Umgang mit bettelnden Menschen einsetzen. Vor dem Hintergrund zahlreicher gesetzlicher Verschärfungen zum Betteln und einer pauschalen Kriminalisierung von bettelnden Menschen in der öffentlichen Diskussion, setzen sich die BettelLobbys für die Rechte von BettlerInnen und gegen Vertreibung und Kriminalisierung ein.

Im Rahmen des internationalen Menschenrechtsfilmfestivals thishumanworld läd die Liga für Menschenrechte Sie herzlich zur Verleihung des Menschenrechtspreises 2014 an die BettelLobbys einladen.

Wann: Donnerstag, 11. Dezember 2014, um 19:30 Uhr
Wo: Haus der Europäischen Union (1010 Wien, Wipplingerstrasse 35) Weiterlesen

Bettelverbote im Widerspruch

Im Gaismair-Jahrbuch 2015 knüpft der Schwerpunkt “Bettelverbote im Widerspruch” an das heurige Kunst- und Kulturprojekt “Bettelverbote – erste Schritte der Intervention” der Initiative Minderheiten in Kooperation mit der Bettellobby Tirol an.

Einladung zur Präsentation:
Gaismair-Jahrbuch 2015. Gegenstimmen
Dienstag, 2. Dezember 2014, 19:30 Uhr
Buchhandlung Haymon, Sparkassenplatz 4, Innsbruck

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“Natasha” Filmvorführung, Finissage und Gespräch, 28.11.19:30 grätzlgalerie, Wien 15

natashatitelFINISSAGE MIT FILMVORFÜHUNG UND PUBLIKUMSGESPRÄCH

Vorführung des Dokumentarfilms „Natasha“ und anschließendes Gespräch mit der Regisseurin Ulli Gladik und der Fotografin Verena Schäffer

28. November 2014, 18.30 Uhr in der *grätzlgalerie

Natasha lebt in einer kleinen Stadt in der Nähe von Sofia/Bulgarien. Um ihre Familie zu ernähren, fährt sie seit drei Jahren mehrmals jährlich nach Österreich um zu betteln.

Ulli Gladik, Kamerafrau und Regisseurin in Personalunion, begleitete Natasha und ihre Familie im Zeitraum von fast zwei Jahren.

Der Film zeigt Natashas Alltag als Bettlerin in Österreich und die Lebensumstände in ihrer Heimat.

www.natasha-der-film.at

Dokumentarfilm. Österreich, 84 min, Bulgarisch mit deutschen Untertiteln

Betteln in der Barbara Karlich Show

Bildschirmfoto 2014-11-08 um 23.16.57“Jeder kann die Welt verbessern” war am 07.11.2014 das Thema in der Barbara Karlich Show und eine Aktivistin der BettelLobbyWien war dabei. Das Thema Betteln erregte die Gemüter des Publikums weit mehr als Veganismus und offene Beziehung…

http://tvthek.orf.at/program/Barbara-Karlich-Show/5304361 (noch bis Freitag 14.11.2014 im Stream zu sehen)