Rechtshilfetreffen der BettelLobbyWien am Montag, dem 16.3.2015

Karten2015-1um 19 Uhr im Amerlinghaus.

Seit Herbst 2013 bietet die BettelLobbyWien ein Rechtshilfetreffen für BettlerInnen und StraßenzeitungsverkäuferInnen an. Das Rechtshilfetreffen ist stets gut besucht und die BettelLobby unterstützte bereits viele BettlerInnen dabei, ihre Strafverfügungen zu beeinspruchen. Einem Großteil der Einsprüche wurde schon statt gegeben!

weitere Rechtshilfetermine 2015: 20.4, 18.5, 22.6, jeweils Montag 19 Uhr, im Amerlinghaus, 1070, Stiftgasse 8


Drei Wochen in Haft wegen angeblichen Diebstahls

Mariahilfer Straße: Shoppen für die Reichen, U-Haft für die Armen

article_2769_armut_carolinafrank_180.jpgDrei junge Männer, frisch in Wien, werden verhaftet – wegen versuchten Diebstahls? Wegen unübersehbarer Armut? Wegen behördlichem Rassismus? Niemand weiß es. Bericht eines Intermezzos im Shoppingparadies.

Foto: Carolina Frank 

Martina Handler / 12.11.2014
Drei junge Männer gehen die Mariahilfer Straße entlang, einer rempelt einen Entgegenkommenden an, greift ihm in die Jackeninnentasche. Ein paar Minuten später stoppen die drei einen Mann, der sein Rad schiebt. Der eine hält ihm die Hand entgegen, um ihn zum Stehen zu bringen, und verwickelt ihn in ein Gespräch, während die anderen ihm in den Fahrradkorb greifen und sich an einer darin liegenden Jacke zu schaffen machen. 

 

Protestbrief zum Kommentar von RAU zu „Roma“ im Standard am 6.2.2015

Folgender Brief an die Standard-Redaktion wurde der BettelLobbyWien Verfügung gestellt. Er bezieht sich auf das Kommentar von RAU unter der Überschrift „Roma“ im Einserkasl des Standard am 6.2.2015,
Herzlichen Dank an die Verfasserin!

Guten Tag,
ich bin zutiefst schockierst, wie tief der Standard gesunken ist!
Es geht um das „Einserkastel“ am 6.2.2015 von RAU zum Thema Roma:
Es geht um den Satz: „Die Bettler aus Südeuropa, oft Roma, meist von kriminellen Organisationen ausgebeutet, werden geduldet“. Weiterlesen

nächstes Rechtshilfetreffen am 16.2.2015 um 19 Uhr im Amerlinghaus

Karten2015-1

Wir helfen BettlerInnen gegen Polizeistrafen Einspruch zu erheben.

Treffpunkt: Montag, 16.2. 19 Uhr Amerlinghaus Wien

“Expertenteams” nennen die Behörden die Polizeitruppen, die jetzt eingesetzt werden, damit die  Einkaufseuphorie nicht durch den Anblick von Armen gestört wird. Auch schon letztes Jahr wurden massenhaft Strafen ausgestellt und Menschen wegen Betteln ins Gefängnis gesteckt. Die Strafen sind meist rechtswidrig, willkürlich und übertrieben hart. Zudem werden die Leute von den Behörden beschimpft oder gezwungen, sich auszuziehen. Um Einzelfälle handelt es sich nicht. Wir haben im vergangenen Jahr mehrere dutzend rechtswidrige Strafen beeinsprucht und noch viele mehr gesehen, die schon rechtskräftig waren. Die BettelLobbyWien kämpft nun schon seit 2013 gegen diese rechtswidrige Praxis. Das nächste Rechtshilfetreffen findet am 16.2. um 19 Uhr im Amerlinghaus Wien statt.   Eingeladen sind BettlerInnen und UnterstützerInnen. Bitte alle Unterlagen zu den Strafen zum Rechtshilfetreffen mitnehmen. Wir sprechen auch Bulgarisch und Rumänisch. Es gibt Kinderbetreuung.

Und hier geht´s zu den mehrsprachigen Rechtshilfebroschüren.

Rechtshilfetermine 2015

jeweils Montag 19 Uhr, im Amerlinghaus, 1070, Stiftgasse 8

16.2
16.3
20.4
18.5
22.6

 

Ausziehen, Geld abnehmen – erniedrigendes Prozedere bei der „Aktion scharf“ – ein Augenzeugenbericht

christkindlmarkt18.12.2014: Die BettelLobbyWien wurde Zeugin der „Aktion scharf gegen BettlerInnen“  am Wiener Christkindlmarkt:
Zwei junge BettlerInnen werden von 6 oder 7 BeamtInnen in zivil umringt und zur Polizeistation Deutschmeisterplatz gebracht. Die BettelLobby folgt der Gruppe und nimmt mit den beiden BettlerInnen in ihrer Muttersprache Bulgarisch Kontakt auf. Einer der Beamten sagt: Die beiden hätten gewerbsmäßig gebettelt, es müsste ausgeforscht werden, ob sie von der Mafia gezwungen werden und außerdem hätten sie sich nicht ausweisen können (obwohl beide bereits ihre gültigen Ausweise gezeigt hatten). Die Beamten verwehren uns schließlich den Zutritt zur Polizeistation, obwohl die BettlerInnen möchten, dass eine von uns als Vertrauensperson dabei ist. Es wird uns vor der Nase die Tür zugeknallt.
Wir rufen Birgit Hebein, Sozialsprecherin der Grünen an und während wir auf sie warten, kommen zwei andere Bettlerinnen aus der Polizeistation. Sie berichten: Sie waren 4 Stunden festgehalten worden und hatten Zahlscheine für ihre Strafen wegen Bettelns, allerdings ohne Strafverfügung dabei. Sie waren  beide einvernommen worden, ihr Geld wurde ihnen abgenommen und sie mussten sich nackt ausziehen. Birgit Hebein, die mittlerweile angekommen ist, organisiert via Telefon Schlafplätze bei der 2. Gruft für die beiden Frauen. Eine von uns begleitet die beiden Bettlerinnen zur Straßenbahn und organisiert ihnen etwas zum Essen, weil sie auf der Polizei weder Essen, ja nicht mal ein Glas Wasser bekommen haben und nun auch kein Geld mehr hatten, sich was zu kaufen.

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„Aktion solidarisch“ für BettlerInnen: 16 Kriseninterventionen

bettlerInnenVor Weihnachten haben Behörde und Polizei eine begrüßenswerte „Aktion solidarisch“ für BettlerInnen auf Wiener Adventmärkten durchgeführt. Am Montag zog man Bilanz: Bei rund 50 Prozent der 115 armutsbetroffenen Personen gab es kurzfristige Unterstützungsmöglichkeiten, 16 brauchten eine Krisenintervention.
Zehn Tage habe die Adventaktion gedauert, sagte der Leiter des Büros für solidarische Sofortmaßnahmen, vor JournalistInnen. Krisenintervention war für jene Personen, die man in extrem prekären Situationen angetroffen habe, versicherte der leitende Sozialarbeiter. „Das geht von Aufenthalt bei Minustemperaturen ohne ausreichende Kleidung, über Nächtigen im Freien bis zum wiederholten Hungern aufgrund fehlender Finanzmittel“, erklärte er auf Nachfrage. H. ergänzte, dass man vor allem im Advent viele BürgerInnen-Informationen erhalten habe, dass BesucherInnen von Weihnachtsmärkten, Menschen in extremer Armut begegnen. Weiterlesen

Nachruf auf Herrn Jan, den Bettler von der Friedensbrücke.

Herr Jan auf der FriedensbrückeHerr Jan kam aus Rumänien nach Wien, in der Hoffnung sich mit Betteln seinen Traum zu erfüllen: ein eigenes Häuschen mit Gemüsegarten. Dort wollte er mit seiner Frau Viorica seinen Lebensabend verbringen.
Er saß jeden Tag, bei jedem Wetter, stoisch auf der Friedensbrücke. Er freute sich über jeden kleinen Beitrag und er wusste es zu schätzen, wenn ihm Menschen Geld gaben, die selber nicht sehr viel besitzen.
Herr Jan hat in Rumänien Theologie studiert und war bis zur Revolution 1989 als Lehrer tätig. Nach der Wende verlor er, wie viele andere seine Arbeit und war dann in einem Steinbruch tätig. Bei einem Arbeitsunfall verlor er sein Bein, an den Rollstuhl gebunden hatte er keine Chance mehr Arbeit zu finden. So beschloss er mit seiner Frau nach Wien zu gehen, um hier Geld zu verdienen. Er wollte jeden Cent für sein Häuschen und eine Beinprothese sparen, doch leider reichte das erbettelte Geld gerade zum Überleben.
Der stille Mann wusste viel zu erzählen, er liebte Literatur und klassische Musik und die Menschen, die jeden Tag an ihm vorüber gingen. Er wurde nicht müde von Wien und seinen BewohnerInnen zu schwärmen. Herr Jan meinte, er sei noch nirgendwo so herzlich aufgenommen worden wie hier. Er hat im Stillen dafür gekämpft, dass es seiner Familie gut geht und diese versorgt ist.

Seine Familie würde sich über eine Spende freuen, da sie Herrn Jans Wunsch erfüllen möchte, ihn in Rumänien zu beerdigen (Spendenkonto lautend auf „Goldenes Wiener Herz“ – IBAN: AT63 1420 0200 1094 5837, BIC: EASYATW1 Kennwort Jan).
Die Gesamtkosten für Sterbeurkunde, Bestattungs- und Transportkosten und Fahrtkosten für Frau und Söhne sind voraussichtlich Euro 2600. Spendenstand vor 24 Stunden war 660 Euro.
Miglieder des Vereins „Goldenes Wiener Herz“ und Herr Lewendel, ein privater Unterstützer der Familie, werden helfen, die Überstellung abzuwickeln.
Zitate von Herrn Lewendel:“Wenn nur einer in dieser Welt einem Anderen hilft, dann
wäre alles gut.“

Im Namen der Familie möchten wir uns bei all jenen bedanken, die Herrn Jan unterstützt und als Mensch wahrgenommen haben.
Jan, du wirst uns auf der Friedensbrücke fehlen! Die BettelLobbyWien

Jans Frau Viorica trauernd auf der Friedensbrücke.

Rechtshilfetreffen der BettelLobbyWien – Termine 2015

picto2Wir helfen BettlerInnen gegen Polizeistrafen Einspruch zu erheben.

Treffpunkt: Montag, 19.1. 19 Uhr Amerlinghaus Wien

“Expertenteams” nennen die Behörden die Polizeitruppen, die jetzt eingesetzt werden, damit die  Einkaufseuphorie nicht durch den Anblick von Armen gestört wird. Auch schon letztes Jahr wurden massenhaft Strafen ausgestellt und Menschen wegen Betteln ins Gefängnis gesteckt. Die Strafen sind meist rechtswidrig, willkürlich und übertrieben hart. Zudem werden die Leute von den Behörden beschimpft oder gezwungen, sich auszuziehen. Um Einzelfälle handelt es sich nicht. Wir haben im vergangenen Jahr mehrere dutzend rechtswidrige Strafen beeinsprucht und noch viele mehr gesehen, die schon rechtskräftig waren. Die BettelLobbyWien kämpft nun schon seit 2013 gegen diese rechtswidrige Praxis. Das nächste Rechtshilfetreffen findet am 19.1. um 19 Uhr im Amerlinghaus Wien statt.   Eingeladen sind BettlerInnen und UnterstützerInnen. Bitte alle Unterlagen zu den Strafen zum Rechtshilfetreffen mitnehmen. Wir sprechen auch Bulgarisch und Rumänisch. Es gibt Kinderbetreuung.

Und hier geht´s zu den mehrsprachigen Rechtshilfebroschüren.

Rechtshilfetermine 2015

jeweils Montag 19 Uhr, im Amerlinghaus, 1070, Stiftgasse 8

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